Digitale Versorgung scheitert an Sektorengrenzen: BVMed legt Forderungskatalog in vier Handlungsfeldern vor

Der BVMed fordert in einem Positionspapier vom Mai 2026 bessere Datenzugänge, einheitliche Standards und neue Vergütungsstrukturen für digitale Medizinprodukte…

19. Mai 2026
  • Data und KI

Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) veröffentlichte im Mai 2026 ein Positionspapier. Es benennt strukturelle Hürden der digitalen Gesundheitsversorgung und formuliert konkrete Forderungen in vier Handlungsfeldern.

Kern der Kritik: Digitale Anwendungen verändern Methode, Zuständigkeit und Arbeitsweise gleichzeitig. Im sektorierten deutschen Gesundheitssystem stoßen sie jedoch auf unüberwindliche Hürden. Marktzugang, Vergütung und Strukturen der Leistungserbringer müssen parallel angepasst werden. Nur so entfaltet die digitale Versorgung ihre volle Wirkung.

Im Handlungsfeld Daten fordert der BVMed, Echtzeitdaten aus Wearables und Sensoren für die Ersteinschätzung in der Primärversorgung zu nutzen. Zudem soll das Einwilligungsmanagement bundesweit einheitlich werden. Pseudonymisierte Behandlungsdaten sollen für Digital-Twin-Technologien ohne zusätzliche Genehmigungen bereitstehen.

Bei Datenformaten und Datensicherheit verlangt der Verband, internationale EHDS-Standards zu bevorzugen und nationale Sonderwege zu vermeiden. Die IP-Rechte der Hersteller müssen ausdrücklich geschützt bleiben, insbesondere bei produktinternen Algorithmen.

Für die digitale Versorgung fordert der BVMed förderliche Rahmenbedingungen für DiGA und DiPA. Digitale Medizinprodukte mit geringem Risiko benötigen eine eigene Nutzenbewertung. Zudem soll die Vergütung KI-Unterstützung als qualitativen Vorteil anerkennen.

Im vierten Handlungsfeld verlangt der Verband, Sektorengrenzen durch digitale Überwachung zu Hause zu überwinden. Das Telemonitoring soll über die Herzinsuffizienz hinaus wachsen. Alle nationalen Regeln müssen mit EU-Vorgaben wie MDR und EHDS übereinstimmen.

Quelle:
bvmed.de

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