Digitale Wundversorgung mit nachweislichem Effekt: Bosch Health Campus zeichnet EPWUF-KI aus

Das Projekt EPWUF-KI der Hochschule Niederrhein erhält den Gesundheitspreis „Ideas for Impact“ 2026. Das KI-gestützte System verbessert die Wundversorgung bei diabetischem Fuß und entlastet Pflegefachkräfte. Ein Sonderpreis geht an ProKIP aus Bremen…

3. März 2026
  • Data und KI
  • Pflege

Die Hochschule Niederrhein erhält für ihr Forschungsprojekt EPWUF-KI den Gesundheitspreis „Ideas for Impact“ 2026. Die Auszeichnung ist mit 100.000 Euro dotiert. Der Bosch Health Campus stellt zudem 80.000 Euro für die wichtigen Transferaktivitäten bereit. Das System richtet sich an Menschen mit Diabetes mellitus und hilft besonders beim diabetischen Fußsyndrom. In Deutschland sind fast neun Millionen Menschen von den Folgen dieser Krankheit betroffen. Unbehandelte Wunden führen im Extremfall zu Amputationen.

Das Projekt EPWUF-KI kombiniert mehrere digitale Bausteine für eine effiziente Überwachung der Patienten im Alltag. Eine sensorbasierte Einlegesohle misst die Druckbelastungen an der Wunde und übermittelt die Werte an eine Smartwatch-App. So können Patientinnen und Patienten bei einer drohenden Überlastung sofort reagieren und die betroffene Stelle entlasten. Pflegefachkräfte sowie Ärzte greifen über eine Webanwendung direkt auf die gesammelten Daten zu. Sie passen die Behandlung auf Basis der Informationen zeitnah an die aktuelle Situation an. Ein mobiles KI-Tool unterstützt zusätzlich die Wundvermessung sowie die Dokumentation der verschiedenen Heilungsprozesse.

Zwei Studien belegen laut dem Projektteam eine deutliche Wirkung. Der Wundverschluss kann sich durch den Einsatz um bis zu 200 Tage beschleunigen. Gleichzeitig reduziert das System den Aufwand für die Wundbewertung sowie die anschließende Entscheidungsfindung durch das medizinische Fachpersonal. Mehrere Praxis- und Industriepartner waren an der Entwicklung beteiligt. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt förderte das gesamte Vorhaben. Einen Sonderpreis in Höhe von 25.000 Euro erhält das Bremer Projekt ProKIP. Es evaluiert acht Verbundprojekte zum KI-Einsatz in der Pflege und untersucht Nutzen, Datenqualität sowie ethische Fragen.

Quelle:
idw-online.de

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