DIHVA: Wie KI und Delegation den Hausarztmangel auf dem Land bekämpfen sollen

Geschulte Assistenzen übernehmen per KI-Software strukturierte Anamnesen vor Ort und entlasten so Hausärzte in unterversorgten Regionen. TK und DFGVG weiten das Modell aus…

3. Juli 2026
  • Data und KI
  • Digitale Klinik

Rund 60 Prozent der Behandlungsfälle im DIHVA-Modell werden fallabschließend ohne Praxisbesuch abgeschlossen. Das zeigt die laufende Evaluation mit der Universität Siegen und belegt den praktischen Nutzen eines Versorgungsansatzes, den die Techniker Krankenkasse (TK) und die Digitale Facharzt- und Gesundheitsversorgungsgesellschaft (DFGVG) nun auf weitere Bundesländer ausdehnen wollen.

Geschulte Versorgungsassistenzen führen vor Ort strukturierte Anamnesen durch, geleitet von einer KI-Software. Sie erheben bis zu 50 medizinische Werte und erhalten leitlinienorientierte Empfehlungen zu notwendigen Untersuchungen. Die Ergebnisse werden digital an den zuständigen Arzt übermittelt. Diagnose und Therapieentscheidung verbleiben ausschließlich beim Arzt.

TK-Vorstandsvorsitzender Jens Baas betonte am 1. Juli 2026 in Berlin ausdrücklich, das Modell sei kein Sparprojekt, sondern ein versorgungssicherndes Instrument. Derzeit gilt eine selektivvertragliche Regelung; mittelfristig soll das Angebot kassenübergreifend werden.

Im Herbst 2025 starteten die ersten fünf DIHVA in zwei Hausarztpraxen in Etteln und Olpe in Nordrhein-Westfalen. Seit Juni 2026 sind zwei weitere Assistenzen in Ueckermünde in Mecklenburg-Vorpommern im Einsatz, wo das Ärztenetz Haffnet mit vier Praxen dem Projekt beigetreten ist. Patienten sparen laut Evaluation im Durchschnitt eine Stunde und 20 Minuten Fahrtzeit. Hausarzt Christian Hönnscheidt aus Ueckermünde hebt zudem hervor, dass er dank des zeitversetzten Arbeitens das Patientenaufkommen flexibler steuern kann.

Quelle:
aerzteblatt.de

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