DKG-Chef Gaß widerspricht Narrativ vom Krankenhaus als Kostentreiber

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft weist politische Rechtfertigungsnarrative für Milliardeneinsparungen im Gesundheitswesen als sachlich unhaltbar zurück und fordert eine faire Lastenverteilung…

2. Juni 2026
  • Politik
  • Ökonomie

DKG-Vorstandsvorsitzender Dr. Gerald Gaß widerspricht zentralen Begründungen für geplante Kürzungen im Gesundheitswesen. Der Anteil der Krankenhausausgaben an den GKV-Gesamtausgaben ist von 36 % (2010) auf 33 % (2025) gesunken. Das Narrativ vom Krankenhaus als Kostentreiber hält einer sachlichen Prüfung damit nicht stand.

Gaß kritisiert zudem internationale Kostenvergleiche, die Systeme mit unterschiedlichem Leistungsumfang gleichsetzen. Die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland biete einen breiten Leistungskatalog, schnellen Zugang und kurze Wartezeiten. Hinzu komme: Die wirtschaftliche Stagnation Deutschlands seit 2020 entzieht der GKV Milliarden, die bei normalem Wirtschaftswachstum zur Verfügung stünden. Diese Finanzierungslücke dürfe nicht den Krankenhäusern angelastet werden.

Besonders scharf kritisiert Gaß den Umgang des Bundes mit versicherungsfremden Leistungen: Der Bundeszuschuss decke den tatsächlichen Bedarf seit Jahren nicht, werde aber weiter gekürzt. Stattdessen sollen Krankenhäuser, Arztpraxen und Apotheken die Folgen tragen.

Die DKG lehnt pauschale Kürzungsgesetze ab und fordert Gestaltungsspielräume für Effizienz, Digitalisierung und echte Strukturreform. Ein ungeordneter Rückzug von Kliniken schaffe keine bessere Versorgung, sondern Verunsicherung in den Regionen.

Quelle:
daskrankenhaus.de

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