DKG weist Schuld am GKV-Defizit zurück: Analyse zeigt schwaches Einnahmewachstum als Hauptursache

Die DKG bestreitet, Hauptkostenverursacher der GKV-Finanzkrise zu sein, und verweist auf strukturelle Einnahmeprobleme. Der GKV-Spitzenverband widerspricht mit eigenen Zahlen…

7. Juli 2026
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Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) wehrt sich gegen geplante Milliardeneinsparungen im Rahmen des GKV-Beitragsstabilisierungsgesetzes, über das der Bundestag Ende kommender Woche abstimmen will. Eine Sonderauswertung des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) soll belegen, dass Krankenhäuser nicht die Hauptkostenverursacher der GKV-Finanzkrise sind. Träger des DKI ist unter anderem die DKG selbst.

Die DKI-Analyse zeigt, dass Inflationsbereinigt die Krankenhausausgaben seit 2000 um rund 54 Prozent stiegen, die gesamten GKV-Leistungsausgaben hingegen um 63 Prozent. Der Krankenhausanteil an den GKV-Leistungsausgaben sank im gleichen Zeitraum leicht von 35 auf 33 Prozent. Der nominale Ausgabenanstieg im stationären Bereich von knapp 37 Prozent in den vergangenen fünf Jahren erklärt sich laut DKI überwiegend durch die Einführung des Pflegebudgets 2020. Ohne diesen Effekt hätte das Wachstum bei rund 29 Prozent gelegen und damit unter dem GKV-Gesamtanstieg von 35 Prozent.

Die eigentlichen Ursachen der Finanzprobleme sieht die DKG auf der Einnahmeseite. Das reale Wachstum der Beitragseinnahmen pro GKV-Mitglied lag seit 2000 bei nur fünf Prozent, das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf stieg im gleichen Zeitraum um rund 25 Prozent. Hätte die deutsche Wirtschaft so stark gewachsen wie der EU-Durchschnitt, hätte die GKV laut DKI rund 42 Milliarden Euro mehr an Beitragseinnahmen erzielt. Hinzu kommt, dass der Bund versicherungsfremde Leistungen nicht vollständig aus Steuermitteln übernimmt. Laut einer IGES-Studie von Ende 2025 müssten knapp 22 Milliarden Euro steuerfinanziert werden. Der Bundeszuschuss von jährlich 14,5 Milliarden Euro wurde seit 2017 nicht erhöht und soll 2027 um weitere zwei Milliarden Euro sinken.

Der GKV-Spitzenverband widerspricht. Die amtliche Statistik zeige, dass der Ausgabeanstieg der Kliniken stets über dem GKV-Gesamtdurchschnitt lag. Im ersten Quartal 2026 betrug er 9,4 Prozent gegenüber 8,1 Prozent im Gesamtdurchschnitt. Zudem verweist der Verband auf zusätzliche Mittel für Krankenhäuser: sechs Milliarden Euro Energiehilfen (2023 bis 2024), vier Milliarden Euro Soforttransformationsmittel sowie den geplanten Krankenhaustransformationsfonds mit bis zu 50 Milliarden Euro bis 2035.

Quelle:
aerzteblatt.de

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