E-Health-Gesetz setzt Impuls: Ärzte testen elektronischen Arztbrief im großen Maßstab
Ein Feldtest für den eArztbrief startet im zweiten Quartal. Die KBV setzt auf bestehende Infrastruktur und finanzielle Förderung, um die digitale Arztkommunikation breit einzuführen und unsichere Verfahren wie Fax abzulösen…
- Digitale Klinik
Der geplante Feldtest für den elektronischen Arztbrief markiert einen konkreten Umsetzungsschritt des E-Health-Gesetzes und soll die digitale Kommunikation im Gesundheitswesen beschleunigen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) setzt dabei auf bestehende Strukturen und finanzielle Anreize.
Das Gesetz sieht eine auf zwei Jahre befristete Förderung für eArztbriefe von 2016 bis 2017 vor. Ärzte erhalten 55 Cent pro elektronisch versendetem Brief. Auch elektronische Entlassbriefe sollen zeitversetzt gefördert werden. KBV-Chef Andreas Gassen betont den praktischen Nutzen für Ärzte und Patienten.
Technische Grundlage ist das sichere Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen, das bereits mehr als 56.000 Ärzte und Psychotherapeuten nutzen. Über den Dienst KV-Connect können Praxen vertrauliche Daten datenschutzkonform austauschen. Der Gesetzgeber will dieses Netz in die Telematikinfrastruktur integrieren.
Die KV Telematik GmbH startet im zweiten Quartal einen Feldtest mit Arztnetzen. Teilnehmen können Netzwerke mit mindestens 15 Praxen. Die Organisation kooperiert mit der Agentur deutscher Arztnetze. Ziel ist eine vierstellige Teilnehmerzahl. Praxen erhalten bis zu 400 Euro Aufwandsentschädigung.
Softwareanbieter müssen geprüfte Module bereitstellen und ein Audit bestehen. Die KVTG veröffentlicht zertifizierte Systeme in einem Register.
Der eArztbrief soll unsichere Übertragungswege wie Fax ersetzen. Diese gelten aus Sicht des Datenschutzes als problematisch, da die Vertraulichkeit beim Empfänger nicht gesichert ist.
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