Echtzeit-MRT erkennt Schluck- und Atemstörungen bei Muskelerkrankungen früher als bisherige Standardverfahren

Zwei internationale Studien der Universitätsmedizin Göttingen belegen, dass Echtzeit-MRT Schluck- und Atemstörungen bei Muskelerkrankungen früher und präziser erkennt als bisherige Standardverfahren…

29. Juli 2026
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Forschende der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) haben in zwei internationalen Studien gezeigt, dass Echtzeit-Magnetresonanztomographie (RT-MRT) Schluck- und Atemstörungen bei Muskelerkrankungen früher und präziser erfasst als bisherige Standarduntersuchungen. Die Ergebnisse sind in den Fachzeitschriften „Journal of Cachexia, Sarcopenia and Muscle“ und „MedComm“ veröffentlicht.

Die erste Studie untersuchte das Schluckverhalten bei Patienten mit Einschlusskörpermyositis und okulopharyngealer Muskeldystrophie. Die RT-MRT analysierte Schluckbewegungen millisekundengenau und identifizierte krankheitsspezifische Muster: Bei okulopharyngealer Muskeldystrophie war die orale Phase des Schluckens verlangsamt, bei Einschlusskörpermyositis verlängerte sich die pharyngeale Phase. In Kombination mit Gewebe- und Ultraschalluntersuchungen unterschied die Methode beide Erkrankungen zuverlässig voneinander, was bisherige Standardverfahren nicht leisteten. Zudem erkannte die RT-MRT frühe Schluckstörungen bei Patienten, die noch keine Symptome zeigten.

Die zweite Studie fokussierte die Atemfunktion bei Patienten mit der Spätform der Pompe-Erkrankung. Die RT-MRT mit einer zeitlichen Auflösung von 50 Millisekunden und KI-gestützter Bildanalyse wies bei der Mehrheit der Betroffenen eine verringerte Zwerchfellbeweglichkeit sowie abweichende Bewegungsmuster nach. Bei einigen Patienten wurden verlangsamte Bewegungen und eine gestörte Synchronität zwischen Zwerchfell und Brustkorb festgestellt, obwohl die Lungenfunktionswerte noch im Normbereich lagen.

Quelle:
healthcare-in-europe.com

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