Effiziente Abläufe entscheiden über ambulante OP-Strukturen

Kurze Wechselzeiten, klare Strukturen und angepasste Teams entscheiden darüber, ob ambulante OPs für Krankenhäuser wirtschaftlich tragfähig sind, während komplexe Fälle stärker stationär bleiben…

5. Mai 2026
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Ambulante OPs im Krankenhaus rechnen sich nur, wenn Prozesse klar getaktet, Wege kurz und Wechselzeiten niedrig sind. Die medizinische Leistung unterscheidet sich laut Ursula Störrle-Weiß, Geschäftsführerin des Agaplesion Diakonieklinikums Hamburg, kaum von stationären Eingriffen. Wirtschaftlich relevant sind vor allem die Minuten vor und nach der Operation.

Martin Krings von Med 360 Grad warnt vor Panik, weil Hybrid-DRG und ambulante Eingriffe bis 2030 voraussichtlich nur einen einstelligen Prozentbereich der Gesamtausgaben ausmachen. Vier bis sechs Milliarden Euro stehen einem stationären Markt von rund 110 Milliarden Euro gegenüber. Zugleich ist Ambulantisierung politisch gesetzt und wird schrittweise ausgeweitet.

Ein optimal ausgelasteter ambulanter OP-Tag bringt etwa 10.000 Euro Umsatz bei acht Eingriffen. Ein vergleichbarer stationärer Tag kann mehr als das Doppelte erlösen. Deshalb funktionieren ambulante Strukturen nicht nach der Logik traditioneller Zentral-OPs, in denen Fachabteilungen Säle sichern und Fälle planen. Für ambulante Eingriffe zählt stärker, welche Operation durchgeführt wird und wie planbar sie ist.

Krankenhäuser wählen unterschiedliche Wege: vorhandene OP-Räume reaktivieren, neue ambulante Zentren aufbauen, Kooperationen eingehen oder das Thema klein halten. Im ländlichen Raum kann ein Maximalversorger wie das Klinikum Fulda ambulante Angebote aus Gründen der Daseinsvorsorge selbst organisieren müssen. Komplexe, multimorbide Fälle bleiben im stationären Bereich, während einfachere Eingriffe zunehmend ambulant erbracht werden.

Die Trennung in ambulante Standardfälle und komplexe stationäre Medizin verändert Rollen, Abläufe und Kultur. Ambulante OP-Zentren brauchen stabile Teams, Standardisierung und Anbindung an die stationäre Versorgung. Patienten müssen vorab klar aufgeklärt werden, wenn sie am selben Tag nach Hause gehen und Nachsorge im häuslichen Umfeld benötigen.

Quelle:
bibliomedmanager.de

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