Enge Kooperation zwischen den Kreiskliniken Günzburg-Krumbach und dem Universitätsklinikum Augsburg in der Herzmedizin
Die Vereinbarung beider Häuser ist am Montag in Günzburg unterschrieben worden…
- Ökonomie
Seit 1. November sind die Kreiskliniken Günzburg-Krumbach Lehrkrankenhaus der Universität Augsburg (Medizinische Fakultät). Jetzt intensivieren zudem die Kreiskliniken und das Universitätsklinikum Augsburg (UKA) ihre Zusammenarbeit. Am Montag haben die Klinikvorstände beider Häuser ebenso wie die verantwortlichen Chefärzte – insgesamt sieben Personen – den „Kooperationsvertrag Kardiologie“ unterschrieben.
Die Vereinbarung schafft die Grundlage für eine Intensivierung des Zusammenwirkens zwischen dem UKA und den Kreiskliniken im Fachbereich der Inneren Medizin, Kardiologie und Herzchirurgie. Die Kooperationspartner beabsichtigen damit die Betonung ihrer jeweiligen Leistungsschwerpunkte. Für das Universitätsklinikum sind das etwa die Stärkung der Supra-Maximalversorgung durch die vorrangige Behandlung schwerer und hochkomplexer Krankheitsbilder sowie die Stärkung weiterer Aufgaben in Lehre und Forschung.
Für Robert Wieland, dem Vorstand der Kreiskliniken, ist das die Verstetigung und der Ausbau des gemeinsam beschrittenen Weges. „Damit erreichen wir mit einer abgestuften Versorgungssystematik für unsere Patientinnen und Patienten eine hochprofessionelle Anbindung an die universitäre Medizin – und das in unserer ländlich geprägten Region“, sagte er während des Treffens in der Klinik Günzburg.
Übernahmemöglichkeiten bei komplexen Erkrankungen sind beispielsweise geregelt. Das UKA und die Kreiskliniken haben vereinbart, fachübergreifende Behandlungskonzepte und standardisierte Prozesse unter Bezugnahme auf aktuelle Leitlinien gemeinsam zu erstellen und weiterzuentwickeln. Dabei sind die Versorgungsstufen der Kooperationspartner auch krankenhausübergreifend zu berücksichtigen, um eine optimale medizinische (Mit-)Versorgung der Patienten zu ermöglichen. Einbezogen sind darin neue Behandlungs- und Untersuchungsmöglichkeiten.
Im Zentrum der strukturellen Zusammenarbeit stehen bereits seit Oktober interdisziplinäre Fallkonferenzen – sogenannte Heart-Team-Besprechungen. Darin werden stationäre Patienten der Kreiskliniken vorgestellt. Herzspezialisten der Kreiskliniken tauschen sich zur Unterstützung der Behandlung mit ihren Kollegen im UKA aus; dies unter Wahrung datenschutzrechtlicher Belange und der ärztlichen Schweigepflicht.
Diese Videokonferenzen im Wochenrhythmus (jeden Donnerstagnachmittag) können gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Die Besprechungen dienen der Falldiskussion, der Qualitätssicherung und, falls nötig, der abgestimmten Entscheidungsfindung bei komplexen herzmedizinischen Fragestellungen. Neueste Erkenntnis und Forschungs-Know-how fließen dabei ein.
Das Ärztliche Fachpersonal der I. Medizinischen Klinik des UKA steht den Kreiskliniken zudem in verschiedenen Leistungsbereichen der Kardiologie jederzeit für konsiliarärztliche Rücksprachen zur Verfügung. Die Rücksprachen können in Form eines Telekonsiliums erfolgen (bei Bedarf auch in Anwesenheit des Patienten) oder auch telefonisch.
Prof. Dr. med. Klaus Markstaller, der Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende des Universitätsklinikums Augsburg, lobte den Mut der Kreiskliniken, neue Wege zu beschreiten. Und er sprach vom Vertrauen, das sich mithilfe einer offenen und professionellen Kommunikation entwickeln werde. Das Projekt diene sehr dem Wohle der Patienten, es sei gut für das Personal, die Kliniken und deren Träger. „Und ich bin sehr sicher, dass das Ganze gelingen wird.“
Der Ärztliche Direktor der Kreiskliniken, PD Dr. med. Gregor Kemming, dankte dafür, dass die Kliniken unterschiedlicher Versorgungsstufen die „Dinge gemeinsam in die Hand nehmen. Für die Patienten und uns ist das wirklich etwas Großes.“
Prof. Dr. med. Philip Raake, Direktor der I. Medizinischen Klinik im UKA, sieht für die Herzpatienten der Kreiskliniken einen schnellen Versorgungsweg in die Spitzenmedizin. Er bot an, in speziellen Kursen Pflegekräfte für Tätigkeiten in einem Herzkatheterlabor zu qualifizieren. Außerdem kann er sich ein gemeinsames Forschungsprojekt in der Versorgungsforschung vorstellen. Zum Landkreis hat er eine persönliche Verbindung. „Mein Vater ist in Ichenhausen aufgewachsen“, sagte er. Schon von daher liege ihm der Schwabe am Herzen.
Prof. Dr. med. Friedrich Eckstein, Direktor der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie im UKA, hob hervor, dass die Patienten künftig von einer grundlegenden Behandlung im gemeinsamen Konsens beider Häuser profitieren. Und der Chefarzt Kardiologie in den Kreiskliniken Günzburg-Krumbach, Dr. med. Carsten Hehlert-Friedrich, ergänzte: „Ich bin froh über die Situation, die wir nun haben. Das bedeutet ein höheres Niveau, eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.“
Auf den Kardiologie-Kooperationsvertrag werden in anderen Fachbereichen weitere folgen. Das ist jedenfalls die feste Absicht der Kreiskliniken Günzburg-Krumbach und des Universitätsklinikums Augsburg.
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