ePA-Analyse: Anmeldeprozess scheitert bei jedem zweiten Versuch
Die ePA ist zwar bekannt, wird aber kaum genutzt. Bildung und Alter entscheiden über den Zugang, jede zweite Anmeldung scheitert. So die neusten Erkenntnis einer Analyse der Ernst-Abbe-Hochschule Jena…
- Data und KI
Eine Analyse der Ernst-Abbe-Hochschule Jena zeigt, dass die ePA ihren sozialpolitischen Anspruch, Versicherte zu informieren und zu eigenverantwortlichem Handeln zu befähigen, bislang nur teilweise erfüllt. Das Fördernetzwerk Interdisziplinäre Sozialpolitikforschung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) finanzierte die Untersuchung.
Zwar ist die ePA in der Bevölkerung bekannt, das Nutzungsinteresse bleibt jedoch gering. 21 Prozent der gesetzlich Versicherten haben sich mit der Anmeldung befasst, in rund der Hälfte dieser Fälle wurde der Prozess abgebrochen.
Besonders deutlich fallen die Unterschiede entlang des Bildungsniveaus aus. 27 Prozent der Versicherten mit Hochschulabschluss versuchten sich anzumelden, bei Personen mit niedrigem Bildungsabschluss waren es nur 16 Prozent. Bei der tatsächlichen Nutzung verschärft sich die Lücke weiter: Nur fünf Prozent der GKV-Versicherten mit Hauptschulabschluss nutzen die ePA, gegenüber 14 Prozent bei Hochschulabsolventen. Auch höheres Alter geht mit geringeren Anmeldequoten einher.
Knapp die Hälfte der Nutzenden (47 Prozent) bewertet die ePA als hilfreiches Informationsinstrument. Die Autoren schlussfolgern, dass Digitalisierung administrative Hürden nicht automatisch abbaut, sondern neue Zugangsbarrieren erzeugen kann. Sie fordern, neben digitalen Prozessen auch nicht-digitale Zugangswege und Unterstützungsstrukturen vorzuhalten.
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