EU-Projekt aus Apenrade setzt auf KI gegen Medikationsfehler
Das Krankenhaus Apenrade in Dänemark leitet ein EU-Projekt zur Entwicklung einer KI-Assistenz gegen Medikationsfehler. Getestet wird das System in sechs Kliniken mit bis zu 50.000 Datensätzen. Es soll die Arzneimitteltherapie sicherer machen…
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Jährlich sterben in Europa rund 200.000 Menschen an den Folgen von Medikationsfehlern oder Nebenwirkungen. Mehr als zehn Prozent der Krankenhauspatienten sind davon betroffen. Besonders gefährdet sind ältere sowie an Krebs erkrankte Menschen mit Bedarf an vielen verschiedenen Arzneimitteln.
Hier setzt das EU-Projekt „AIM-SAFE“ unter der Leitung des Krankenhauses Apenrade gezielt an. In den kommenden vier Jahren entwickelt ein internationales Konsortium eine intelligente KI-Assistenz für Mediziner. Das System soll komplexe Therapieentscheidungen unterstützen und mögliche Risiken für die Patienten frühzeitig anzeigen.
Die Anwendung analysiert umfangreiche medizinische Daten sowie aktuelle Forschungsergebnisse und warnt vor ungeeigneten Dosierungen. Die ärztliche Verantwortung bleibt dabei bestehen. Die künstliche Intelligenz dient lediglich als eine wertvolle zusätzliche Sicherheitsstufe im klinischen Alltag.
Sechs europäische Kliniken testen die Technologie mit Datensätzen von etwa 50.000 älteren und onkologischen Patienten. Die Daten verbleiben in den Häusern. Eine externe Cloud-Nutzung ist nicht vorgesehen, um den Schutz der sensiblen Informationen jederzeit zu garantieren.
Das Projekt wird über das Programm „Horizon Europe“ finanziert und vereint 18 Forschungseinrichtungen sowie fünf Kliniken. Die Bewerbung erhielt die Höchstbewertung bei einer geringen Förderquote von lediglich 3,8 Prozent. Dieses Ergebnis unterstreicht die Relevanz.
Langfristig soll die Arzneimitteltherapie durch diesen technologischen Fortschritt in ganz Europa für alle Menschen deutlich sicherer werden. Weniger Fehler bedeuten mehr Patientensicherheit und eine geringere Belastung für das gesamte Gesundheitssystem.
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