Europäische Patientenkurzakte nimmt konkrete Gestalt an
Die AOK-Gemeinschaft hat dem Bundesgesundheitsministerium ein Konzept für eine europäische Patientenkurzakte vorgelegt. Die Kurzakte soll den grenzüberschreitenden Zugriff auf medizinische Kerndaten und E-Rezepte ermöglichen und als Baustein des Europäischen Gesundheitsdatenraums dienen…
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AOK-Konzept geht an Bundesgesundheitsministerium
Die Allgemeinen Ortskrankenkassen haben dem Bundesgesundheitsministerium ein Konzept für eine europäische Patientenkurzakte übermittelt. Das Papier wurde stellvertretend für die gesetzliche Krankenversicherung eingebracht und adressiert die Umsetzung des Europäischen Gesundheitsdatenraums auf Versorgungsebene.
Kurzakte als Baustein des EHDS
Die Patientenkurzakte soll zentrale medizinische Informationen und elektronische Rezepte enthalten. Leistungserbringer in anderen EU-Staaten sollen diese Daten im Behandlungsfall abrufen können. Nach Angaben der AOKen sollen damit bestehende Brüche zwischen nationalen Systemen überwunden werden, da bisher nur eingeschränkt interoperable Lösungen existieren.
Pilotierung über AOK-ePA und Gematik
Die AOK-Gemeinschaft hat gemeinsam mit der Gematik die Pilotierung übernommen. Die AOK-ePA erhielt als erstes deutsches Aktensystem eine europäische Zulassung. Dienstleister sollen die Akte technisch weiterentwickeln, nachdem Versicherte und Leistungserbringer in Workshops eingebunden wurden.
Zugriffscode und nächste Schritte
Vorgesehen ist ein EU-Zugriffscode, den Versicherte über ihre nationale Akte erzeugen. Damit können gezielt Informationen freigegeben werden. Perspektivisch sollen auch Ärztinnen und Ärzte im Ausland Daten ergänzen können. Technische Fragen zu Standards, Übersetzungen und Diagnoselisten gelten weiterhin als offen. Der EU-weite Datenaustausch über die Kurzakte ist nach aktuellem Stand ab 2029 vorgesehen.
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