Extremhitze als Krisenlage: 150 Organisationen fordern verbindlichen Katastrophenschutz
Deutschland ist auf Extremhitze als Krisenlage nicht vorbereitet. Das erklären mehr als 150 Organisationen aus Gesundheitswesen, Pflege und Zivilgesellschaft zum Hitzeaktionstag 2026 und fordern verbindlichen Katastrophenschutz…
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Mehr als 150 Institutionen und Verbände aus Gesundheitswesen, Pflege, Wohlfahrt und Zivilgesellschaft warnen gemeinsam: Deutschland ist auf Extremhitze als Krisenlage nicht ausreichend vorbereitet. Zum Hitzeaktionstag 2026 fordern sie unter dem Motto „Gemeinsam vorsorgen gegen Extremhitze“ die verbindliche Integration von Hitzeschutz in Krisenvorsorge und Katastrophenschutz.
Zu den Initiatoren zählen die Bundesärztekammer, die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), der Deutsche Pflegerat, der GKV-Spitzenverband, die Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG), die Klima-Allianz Deutschland sowie die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege.
Die Dringlichkeit ist konkret belegt. In einem Extremhitze-Szenario werden für Deutschland Zehntausende Todesfälle innerhalb weniger Tage als möglich beschrieben. Hitzebedingte wirtschaftliche Verluste werden in aktuellen Szenarien auf rund 112,5 Milliarden Euro beziffert. Das ist fast das Dreifache der Schäden der Ahrtal-Flutkatastrophe 2021 (ca. 40,5 Milliarden Euro).
Das Bündnis fordert klare Zuständigkeiten auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene, effektive Schutzstrukturen für vulnerable Gruppen sowie eine gezielte Stärkung des Gesundheits-, Pflege- und Sozialwesens. Hinzu kommt die Forderung nach verlässlicher Finanzierung von Schutzmaßnahmen für Menschen, Gebäude und Infrastruktur.
Prof. Dr. Henriette Neumeyer, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der DKG, betont: Viele Krankenhäuser hätten die im aktuellen Finanzrahmen möglichen Maßnahmen bereits umgesetzt. Angesichts des Beitragssatzstabilitätsgesetzes bleibe jedoch unklar, wie Hitzeschutz dauerhaft finanzierbar sein soll.
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