Fachärzte kündigen 4-Tage-Wochen und Quartalsschließungen an – Spifa macht Ernst

Der Spifa kündigt für 2027 4-Tage-Wochen und Quartalsschließungen in fachärztlichen Praxen an, sollte das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz wie geplant in Kraft treten…

2. Juli 2026
  • Politik
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Der Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands (Spifa) hat konkrete Protestmaßnahmen beschlossen. Ab 2027 sollen fachärztliche Praxen nur noch vier Tage pro Woche geöffnet sein und zu jedem Quartalsende über mehrere Wochen schließen, sofern das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz in seiner aktuell geplanten Form in Kraft tritt.

Spifa-Chef Dr. Dirk Heinrich begründet den Schritt mit monatelanger Erfolglosigkeit. Der Verband habe konstruktiv an Gesprächen mit der Politik teilgenommen und Gegenvorschläge eingebracht, die ignoriert worden seien. Noch in diesem Jahr sollen Patienten in den Praxen über die politischen Hintergründe des künftig reduzierten Behandlungsangebots informiert werden.

Der Spifa zweifelt an der Berechnung des Einsparpotenzials im ambulanten Sektor und kritisiert das Fehlen einer belastbaren Folgenabschätzung. Heinrich widerspricht der politischen Darstellung, Einsparungen seien ohne Leistungskürzungen möglich. Jeder nicht in die Versorgung fließende Euro führe zu weniger Sprechstunden und längeren Wartezeiten.

Das erklärte Koalitionsziel der Ambulantisierung sieht der Verband durch das Gesetz konterkariert. Ambulante Versorgung werde unwirtschaftlicher, während Krankenhäuser von Sonderregelungen profitierten.

Auch die Ärztekammer Westfalen-Lippe und die Landesärztekammer Rheinland-Pfalz fordern grundlegende Nachbesserungen. Sie verlangen wirtschaftliche Handlungsfähigkeit der Krankenhäuser, Refinanzierung von Tarifsteigerungen, verlässliche Pflegefinanzierung und den Erhalt ambulanter Versorgungsstrukturen. Landesärztekammer-Präsident Dr. Günther Matheis fordert, die Politik müsse offen kommunizieren, dass konkret an der medizinischen Versorgung gespart werde.

Quelle:
aerzteblatt.de

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