Fachkräftemangel zwingt Diakonisches Werk Oldenburg zur Insolvenz seiner Suchtklinik
Personalmangel am Standort Neerstedt hat die Fachklinik Oldenburger Land in die Insolvenz getrieben. Beide Standorte bleiben geöffnet, eine Sanierung wird angestrebt…
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Das Diakonische Werk Oldenburg hat für seine Fachklinik Oldenburger Land einen Insolvenzantrag gestellt, weil eine tragfähige wirtschaftliche Perspektive fehlt. Auslöser ist der anhaltende Fachkräftemangel am Standort Neerstedt, der zeitweise zu einem monatlichen Defizit von rund 160.000 Euro führte.
Wegen personeller Engpässe konnte die Klinik die von den Kostenträgern vorgegebenen Personalschlüssel zeitweise nicht einhalten und musste die Belegung reduzieren. Die daraus resultierenden Einnahmeausfälle verursachten erhebliche wirtschaftliche Belastungen, die das Diakonische Werk zunächst selbst ausglich.
Die Klinik betreibt zwei Standorte: Neerstedt mit 48 Behandlungsplätzen und Oldenburg mit 100 Behandlungsplätzen. Insgesamt beschäftigt sie 99 Mitarbeitende. Beide Standorte werden während des Insolvenzverfahrens uneingeschränkt weitergeführt. Vorläufiger Insolvenzverwalter ist Berend Böhme.
Vorstand Mario Behrends betonte die besondere Bedeutung des Standorts Neerstedt. Die Klinik verfüge über ein bundesweit seltenes Behandlungskonzept für Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen und kognitiven beziehungsweise intellektuellen Beeinträchtigungen und schließe damit eine Versorgungslücke.
Ziel ist der Erhalt beider Standorte. Die Verantwortlichen wollen Gespräche mit der Deutschen Rentenversicherung Oldenburg-Bremen sowie mit Krankenkassen und weiteren Kostenträgern führen, um eine wirtschaftliche Sanierung zu prüfen. Parallel dazu soll die Gewinnung qualifizierter Fachkräfte vorangetrieben werden, um insbesondere Neerstedt personell zu stärken. Nach erfolgreicher Sanierung sollen beide Standorte wieder in die Eigenverantwortung des Diakonischen Werks übergehen.
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