Finanzkommission Gesundheit plant Strukturreformen: Honorierung soll vom Arzt aufs Team verlagert werden

Die Finanzkommission Gesundheit will am 18. Dezember Strukturreformen vorlegen, die Arzt-Patienten-Kontakte reduzieren und die Honorierung auf Teamleistungen umstellen sollen…

28. August 2026
  • Politik

Die vom Bundesgesundheitsministerium beauftragte Finanzkommission Gesundheit (FKG) will am 18. Dezember Vorschläge für weitreichende Strukturreformen im deutschen Gesundheitswesen präsentieren. Das kündigte Kommissionsvorsitzender Ferdinand Gerlach in der Ärzte Zeitung an.

Ein zentrales Thema ist die im Koalitionsvertrag verankerte Primärversorgung. Ziel ist es, die im internationalen Vergleich überdurchschnittlich hohe Zahl an Arzt-Patienten-Kontakten in Deutschland zu senken. Gerlach begründet den Handlungsbedarf mit der abnehmenden Arztarbeitszeit und der alternden Gesellschaft.

Beide Kommissionsexperten, Gerlach und Jonas Schreyögg, fordern eine Reform des Honorierungssystems. Schreyögg kritisiert es als zu stark auf den Arzt zugeschnitten und plädiert dafür, die Vergütung an die Teamleistung zu koppeln. Gerlach spricht von einem „Dogma der persönlichen Leistungserbringung durch den Vertragsarzt“, das teamorientierte Versorgung und Abrechnung verhindere.

Hausärzte sollen in einem funktionierenden Primärversorgungssystem den Großteil der Patienten abschließend behandeln, nicht nur an Fachärzte überweisen. Für ländliche Regionen sprechen sich die Sachverständigen für den Aufbau von Primärversorgungszentren aus, in denen auch nicht ärztliche Berufsgruppen wie Physician Assistants tätig sein und Zentren leiten könnten. Gerlach räumt ein, dass dies regulatorisch noch in einer „Grauzone“ liege, und verweist auf Vorbilder wie Gemeindeschwestern der DDR und Polikliniken.

Die FKG war im September 2025 eingesetzt worden und hatte Ende März 66 Empfehlungen für Milliardeneinsparungen bei der gesetzlichen Krankenversicherung vorgelegt, die weitgehend im GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz umgesetzt wurden.

Quelle:
aerzteblatt.de

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