Fluktuation kostet mindestens ein halbes Jahresgehalt: Vier Hebel, mit denen HR gezielt gegensteuert

Eine Kündigung kostet mindestens die Hälfte eines Jahresgehalts. Retention Management setzt an vier Punkten an: Führungsqualität, Unternehmenskultur, Gehaltstransparenz und Weiterentwicklung…

19. Mai 2026
  • Personal

Mitarbeitende kündigen selten spontan. Die Kosten einer Kündigung liegen laut Schätzungen bei mindestens der Hälfte, nach anderen Berechnungen beim Anderthalbfachen des Jahresgehalts. Dazu kommen indirekte Kosten durch Produktivitäts- und Wissensverlust sowie Auswirkungen auf das Team.

Der aktuelle Gallup Engagement Index zeigt, dass der Anteil der zuversichtlichen Mitarbeitenden im vergangenen Jahr auf 34 Prozent abgesunken ist. Das entspricht dem Niveau des Krisenjahres 2008. Das Vertrauen in direkte Vorgesetzte liegt sogar bei nur 21 Prozent. Führungskräfte sind damit ein zentraler Hebel im Retention Management. Gezielte Entwicklungsprogramme und Coachings gelten als besonders wirksame Maßnahme. Eine Studie belegt, dass Online-Interventionen mit täglichen Kurzübungen die Fähigkeit von Führungskräften steigern, auf Mitarbeitende einzugehen.

Toxische Unternehmenskultur ist laut einer weiteren Studie zehnmal häufiger Kündigungsgrund als das Gehalt. Regelmäßige Mitarbeiterbefragungen helfen, Schwachstellen zu erkennen. Bei der Vergütung zählt weniger die absolute Höhe als die Nachvollziehbarkeit des Gehaltsgefüges. Transparente Gehaltsmodelle und leistungsabhängige Komponenten erhöhen die Zufriedenheit.

Besonders unterschätzt werden fehlende Weiterbildungsangebote. Mehr als ein Drittel der Mitarbeitenden nennt diesen Faktor als Kündigungsgrund, 37 Prozent der Führungskräfte ebenfalls. Nur 18 Prozent der HR-Verantwortlichen ziehen das in Betracht. Individuelle Entwicklungspläne sowie Maßnahmen wie Job Rotation können das Risiko senken.

Quelle:
hr-heute.com

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