FOMF-Umfrage: Schatten-KI dominiert den ärztlichen Alltag im DACH-Raum
62 Prozent der befragten Ärzt:innen fordern evidenzbasierte KI-Unterstützung, nutzen aber mehrheitlich allgemeine Tools wie ChatGPT, die diese Anforderung nicht erfüllen und wegen ihrer nicht genehmigten Nutzung als Schatten-KI eingestuft wird…
- Data und KI
Eine FOMF-Umfrage unter 462 Ärztinnen und Ärzten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz belegt eine klare Diskrepanz: Die Mehrheit fordert evidenzbasierte KI-Tools, greift im Alltag aber auf allgemeine Sprachmodelle zurück, die nicht ausschließlich auf validierten medizinischen Quellen basieren und Sachverhalte fehlerhaft darstellen können.
62 Prozent der Befragten nennen evidenzbasierte Hilfestellung bei Diagnostik und Therapie als wichtigste KI-Funktion. 50 Prozent fordern gezielte, evidenzbasierte Antworten, 41 Prozent priorisieren die Reduktion von Halluzinationen, 39 Prozent verlangen ausschließlich validierte Wissensquellen. Datensicherheit landet mit 30 Prozent erst auf dem vierten Platz der Anforderungen.
In der Praxis dominiert ChatGPT. 36 von 76 inhaltlichen Nennungen entfallen auf das allgemeine OpenAI-Modell. Medizinisch spezialisierte Systeme wie OpenEvidence folgen mit deutlichem Abstand, obwohl dieses Tool in der EU offiziell nicht mehr verfügbar ist.
Länderspezifisch zeigen sich Unterschiede: In Deutschland nutzen 24 von 46 Befragten ChatGPT, in der Schweiz führt OpenEvidence mit neun von 24 Nennungen. Datensicherheit ist für 39 Prozent der Schweizer Befragten ein zentrales Kriterium, in Deutschland nur für 24 Prozent. Die Nutzungsintensität liegt bei 66 Prozent der deutschen und 65 Prozent der Schweizer Befragten, die KI mehrmals pro Woche oder täglich einsetzen.
Insgesamt nutzen 38 Prozent der Befragten KI-Tools mehrmals pro Woche, 23 Prozent täglich. Nur acht Prozent verzichten bislang vollständig darauf. Häufigster Anwendungsfall ist die allgemeine medizinische Recherche mit 39 Prozent.
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