Forschungsprojekt ForMed testet Vorhersagemodell für hitzebedingte Rettungseinsätze bei Berliner Feuerwehr
Meteorologen der FU Berlin belegen, dass die Hitzewelle Ende Juni die Berliner Rettungseinsätze um 23 Prozent nach oben trieb, mit anhaltender Wirkung noch Tage nach dem Temperaturabfall…
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Die historische Hitzewelle Ende Juni 2026 hat den Berliner Rettungsdienst an seine Kapazitätsgrenzen gebracht. Meteorologen der Freien Universität Berlin dokumentierten vom 24. Juni bis zum 2. Juli rund 3.000 zusätzliche Einsätze, was einem Anstieg von 23 Prozent gegenüber vergleichbaren Sommertagen entspricht. Insgesamt bewältigte der Rettungsdienst in diesem Zeitraum etwa 15.500 statt der erwarteten 12.500 Einsätze.
Am 27. Juni wurde an der Wetterstation Berlin-Tempelhof mit 39,9 Grad Celsius die höchste jemals offiziell gemessene Temperatur der Stadt verzeichnet. Besonders stark betroffen waren die Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg, Charlottenburg-Wilmersdorf und Mitte. Spandau verzeichnete mit über 40 Prozent den stärksten Anstieg.
Auffällig ist der Nachzüglereffekt: Die Einsatzzahlen blieben noch mehrere Tage nach dem meteorologischen Ende der Hitzewelle deutlich erhöht. Für Rettungsdienste und Krankenhäuser bedeutet das, dass die Hochlastphase nicht mit dem Ende einer Hitzewarnung endet.
Die Auswertung entstand im Forschungsprojekt ForMed, das Einsatzdaten der Rettungsdienste mit meteorologischen Daten des Deutschen Wetterdienstes zusammenführt. Ein statistisches Vorhersagemodell wird derzeit beim Lagedienst der Berliner Feuerwehr getestet. Bei moderaten Temperaturen lieferte es zuverlässige Prognosen, bei Extremhitze unterschätzte es die tatsächlichen Einsatzzahlen. Faktoren wie fehlende nächtliche Abkühlung sollen künftig einbezogen werden. In einer nächsten Projektphase ist die Ausweitung auf weitere Leitstellenbereiche geplant.
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