KI-Dashboard soll Ärzten am Krankenbett bei der Auswahl des richtigen Antibiotikums helfen

Das Universitätsklinikum Frankfurt entwickelt mit SAS ein KI-Dashboard, das Antibiotika-Verordnungen und Resistenztrends stationsübergreifend analysiert und bis Jahresende Echtzeitwarnungen liefern soll…

9. Juni 2026
  • Data und KI
  • Digitale Klinik

Das Universitätsklinikum Frankfurt baut gemeinsam mit dem Softwareunternehmen SAS ein KI-gestütztes Dashboard auf Basis von SAS Viya auf, um Antibiotika-Resistenzen früher zu erkennen. Verantwortlich ist Michael von Wagner, Chief Medical Information Officer des Klinikums.

Das Problem: Resistenztrends entstehen oft nicht dort, wo ein Antibiotikum häufig eingesetzt wird. Intensivstationen und OPs verordnen bestimmte Mittel regelmäßig, der Resistenzanstieg zeigt sich aber erst auf anderen Stationen oder verteilt über das gesamte Haus. Einzelne Ärzte sehen zu wenige Fälle, um Muster rechtzeitig zu erkennen.

Das System führt Daten aus verschiedenen Quellen zusammen. Darunter Vitalwerte, Medikamentengaben und mikrobiologische Laborbefunde. Eine Datenzwischenschicht entkoppelt die KI-Auswertung von den Primärsystemen des Krankenhaus-Informationssystems. Das zuständige Antibiotic-Stewardship-Team, geleitet von einer Infektiologin und einem Mikrobiologen, kann darüber Therapieverläufe beobachten und KI-identifizierte Trends abrufen.

Derzeit läuft das Dashboard auf Krankenhaus- und Fachabteilungsebene über Stichproben. Bis Jahresende soll es auf kontinuierlichen Datenzufluss und Echtzeitanalysen umgestellt werden. Geplant ist außerdem ein System für alle Ärzte bis ans Krankenbett, das aktiv Alarm schlägt. Eine Voraussetzung dafür ist, dass Verordnungsgründe künftig strukturiert dokumentiert werden müssen, da die KI Freitexteinträge in der digitalen Patientenakte bisher nicht zuverlässig auswerten kann.

Quelle:
t3n.de

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