Fraunhofer-Forscher Liggesmeyer fordert eigenes Wissenschaftsgebiet für Automation

Ein eigenständiges Wissenschaftsgebiet für Autonomik könnte Produktionskosten individualisierter Medikamente auf ein Zehntel senken, argumentiert Fraunhofer-Forscher Peter Liggesmeyer…

3. Juli 2026
  • Data und KI

Prof. Peter Liggesmeyer, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Experimentelles Software Engineering IESE in Kaiserslautern, fordert ein eigenständiges Wissenschaftsgebiet für Autonomik. Die bisherige Forschung sei zu zersplittert. Grundlegende Fragen müssten systematisch geklärt und die Ergebnisse dann auf konkrete Anwendungen übertragen werden.

Als Beispiel nennt Liggesmeyer individualisierte Medikamente. Deren Produktion ist bislang kostenintensiv, weil sie weitgehend ohne Automatisierung auskommt. Autonom gesteuerte Verfahren könnten die Kosten nach seiner Einschätzung auf ein Zehntel senken, von 250.000 auf rund 25.000 Euro pro Präparat.

Autonome Systeme unterscheiden sich laut Liggesmeyer grundlegend von klassischer Software. Sie passen sich an neue Bedingungen an und wählen eigenständig den Weg zum vorgegebenen Ziel. Dafür brauche es klar definierte Sicherheitsgrenzen und eine fortlaufende Überprüfung.

Liggesmeyer leitet eine rund 20-köpfige Arbeitsgruppe, der auch der frühere SAP-Vorstand Henning Kagermann und KI-Experte Wolfgang Wahlster angehören. Er appelliert an die Politik, die Entwicklung stärker aufzugreifen. Wer die offenen Grundsatzfragen zuerst löse, sichere sich wirtschaftliche Vorteile für Deutschland und Europa. KI sei dabei nur eine von mehreren relevanten Technologien.

Quelle:
wochenblatt-reporter.de

Medinfoweb
Die etablierte Informationsplattform für Informatik, Ökonomie, Marketing und Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen.

Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.