GKV-Kassen in den schwarzen Zahlen, doch AOK und Ersatzkassen warnen vor neuem Beitragsschock 2027
Die GKV erzielte im ersten Quartal 2026 mindestens eine Milliarde Euro Überschuss, allein durch höhere Zusatzbeiträge. Beitragssenkungen sind trotzdem nicht in Sicht…
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Die gesetzliche Krankenversicherung schloss das erste Quartal 2026 mit einem Überschuss von mindestens einer Milliarde Euro ab. Dieser Zuwachs geht ausschließlich auf die Anhebung der Zusatzbeiträge zurück, nicht auf Einsparungen oder Strukturreformen. Die Ausgaben übersteigen die Einnahmen weiterhin.
Laut Frankfurter Allgemeiner Zeitung verbuchten die Ersatzkassen (vdek) 567 Millionen Euro Mehreinnahmen, die AOK 206 Millionen Euro und die BKK-Gruppe rund 300 Millionen Euro. Der kassenindividuelle Zusatzbeitrag war im Januar 2026 von durchschnittlich 2,5 auf 2,9 Prozent angehoben worden, was die Einnahmen rechnerisch um 7,9 Milliarden Euro steigerte. Der tatsächliche Durchschnittssatz liegt laut vdek-Chefin Ulrike Elsner inzwischen bei 3,1 Prozent.
Die Kassenverbände warnen dennoch vor weiteren Beitragserhöhungen 2027. Ob das verhindert werden kann, hängt davon ab, ob die von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) geplanten Einsparungen von 16 Milliarden Euro für 2027 vollständig umgesetzt werden. AOK und vdek kritisieren, der Gesundheitsausschuss des Bundesrats habe empfohlen, das Beitragssatzstabilisierungsgesetz an vielen Stellen zu kürzen, ohne Gegenvorschläge zu machen. Warkens Gesetzentwurf soll am 12. Juni erstmals im Bundestag und im Bundesrat verhandelt werden, ist in der Länderkammer aber nicht zustimmungspflichtig.
Zusätzlich kritisiert Elsner die geplante Senkung des Bundeszuschusses zur GKV von bisher 14,5 Milliarden Euro sowie die von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) vorgesehene Kürzung von zwei Milliarden Euro bei der Erstattung von Familienleistungen.
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