GKV-Spargesetz trifft Wundversorgung: Preisstopp bis 2028 bremst Innovationen aus

Das GKV-Spargesetz friert Preise für Wundversorgungsprodukte bis Juli 2028 ein. Branchenkenner Enes Baskal warnt vor ausbleibenden Investitionen und fordert stattdessen eine grundlegende Neuorganisation der Versorgung…

4. August 2026
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Das neue GKV-Spargesetz der Bundesregierung trifft nach Einschätzung von Enes Baskal, Director of Governmental Affairs & Market Access bei der Urgo GmbH, auch die Wundversorgung direkt. Preise für bestehende Wundversorgungsprodukte werden zunächst auf dem Stand vom 1. Januar 2026 eingefroren. Erst ab Juli 2028 sollen begrenzte Preissteigerungen wieder möglich sein.

Baskal warnt vor konkreten Folgen für die Branche. Fehlende Planungssicherheit könnte Investitionen in innovative Produkte ausbremsen oder in ausländische Märkte verlagern. Moderne Wundauflagen erfordern oft jahrelange Entwicklungszeit und hohe Vorabinvestitionen. Besonders betroffen sind kleine und mittelständische Medizintechnikunternehmen, die den Großteil der deutschen Branche ausmachen.

Das eigentliche Problem verortet Baskal jedoch strukturell, denn in Deutschland leben rund eine Million Menschen mit chronischen Wunden. Gleichzeitig geraten Hausärzte und spezialisierte Leistungserbringer zunehmend unter wirtschaftlichen Druck. Baskal fordert deshalb keine weiteren Sparmaßnahmen, sondern eine grundlegende Neuorganisation der Versorgung.

Das Gespräch führte Prof. Dr. Volker Großkopf, Rechtswissenschaftler an der Katholischen Hochschule NRW und Herausgeber der Rechtsdepesche für das Gesundheitswesen, im Kölner Pflegetalk.

Quelle:
rechtsdepesche.de

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