GKV-Spitzenverband warnt vor 18-Milliarden-Lücke im Krankenkassensystem
Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen wachsen doppelt so schnell wie die Einnahmen. GKV-Chef Oliver Blatt warnt vor einer Finanzierungslücke von 18 Milliarden Euro und fordert entschlossenes Handeln…
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Oliver Blatt, Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes, schlägt Alarm, denn die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen steigen in den ersten Monaten des Jahres doppelt so schnell wie die Einnahmen. Ohne Gegenmaßnahmen droht im kommenden Jahr eine Finanzierungslücke von rund 18 Milliarden Euro.
Die Einnahmen legten zwar um rund vier Prozent zu. Gleichzeitig stiegen die Ausgaben für Krankenhäuser um über neun Prozent, für Arztpraxen um über sieben Prozent und für Medikamente um rund sechseinhalb Prozent. Blatt warnte gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung ausdrücklich davor, geplante Einsparungen bei Pharmaindustrie und Ärzteschaft zurückzunehmen oder die Krankenhausreform zu verwässern. Beides würde erneut steigende Beiträge nach sich ziehen.
Die 75 Millionen gesetzlich Versicherten und ihre Arbeitgeber hätten durch höhere Zusatzbeiträge sowie die geplante Anhebung von Zuzahlungen und Beitragsbemessungsgrenze bereits ihren Teil beigetragen. Nun seien Kliniken, Pharmaindustrie und Ärzteschaft gefordert.
Blatt kritisierte zudem, dass die Finanzierung der gesundheitlichen Versorgung von Grundsicherungsbeziehenden weiterhin überwiegend von den Beitragszahlenden getragen werde. Diese Schwachstelle sei in der Reform bislang nicht ernsthaft angegangen worden, könne aber noch vom Bundestag korrigiert werden. Blatt appellierte an das Parlament, dem Lobbydruck der Interessengruppen standzuhalten und ein Gesetz zu beschließen, das stabile Beiträge tatsächlich sicherstellt.
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