Hartmannbund fordert realistische Bedingungen für Hybrid-DRG
Der Hartmannbund kritisiert die Umsetzung der Hybrid-DRG und fordert tragfähige Finanzierung, ambulante Strukturen im Krankenhausumfeld sowie realistische Vorgaben für Versorgung und ärztliche Weiterbildung…
- Ökonomie
Der Arbeitskreis II „Stationäre Versorgung“ des Hartmannbundes kritisiert die Umsetzung der Hybrid-DRG. Aus seiner Sicht werden ausgewählte elektive chirurgische Eingriffe aus dem stationären Bereich herausgelöst, obwohl strukturelle und wirtschaftliche Voraussetzungen für eine verlässliche ambulante Versorgung fehlen.
Die Vorsitzende des Arbeitskreises, Galina Fischer, sieht vor allem Probleme, wenn ambulante Eingriffe faktisch weiter im zentralen OP des Krankenhauses stattfinden und keine eigenständigen ambulanten Versorgungsstrukturen bestehen. Unter diesen Bedingungen ließen sich Hybrid-DRG nach ihrer Einschätzung organisatorisch und finanziell nicht sinnvoll abbilden.
Der Hartmannbund verweist zudem auf Folgen für die ärztliche Weiterbildung. Im ambulanten Bereich gelte in der Regel der Facharztstandard. Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung könnten diese Eingriffe dort kaum durchführen. Dadurch gingen wichtige Ausbildungsinhalte verloren, ohne dass gleichwertige Alternativen vorhanden seien.
Das Ziel der Ambulantisierung unterstützt der Arbeitskreis grundsätzlich. Er sieht aber ein Spannungsfeld zwischen politischem Willen und klinischer Realität. Eine Ausweitung ambulanter Leistungen könne nur mit tragfähigen Finanzierungsmodellen, dem gezielten Aufbau ambulanter Strukturen im Krankenhausumfeld und realistischen Vorgaben gelingen. Die Hybrid-DRG wurden Anfang Januar 2024 als einheitliche Vergütung für ausgewählte operative Eingriffe eingeführt, unabhängig davon, ob diese ambulant oder stationär erfolgen.
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