„Health-in-all-policies“: AOK Hessen und Universitätsmedizin Frankfurt fordern Strategiewechsel in der Prävention

AOK Hessen und Universitätsmedizin Frankfurt diskutierten beim Hessischen Präventionsabend 2026, wie gezielte Prävention das Gesundheitssystem langfristig entlasten kann…

27. August 2026
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Beim Hessischen Präventionsabend 2026 plädierten Expertinnen und Experten aus Politik, Medizin und Krankenkassen dafür, Prävention als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu verstehen. Die Podiumsdiskussion an der Universitätsmedizin Frankfurt am 25. August fokussierte auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen als eine der häufigsten Ursachen vorzeitiger Todesfälle.

AOK-Vorstandsmitglied Dr. Isabella Erb-Herrmann sprach sich für einen „Health-in-all-policies“-Ansatz aus: Gesundheitliche Folgen sollen in allen gesellschaftlichen Entscheidungsbereichen mitgedacht werden. Als Vorbild nannte sie nordische Länder, die Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch gezielte gemeinschaftliche Interventionen deutlich reduziert haben.

Prof. Dr. Thomas Voigtländer, Präsident der Deutschen Herzstiftung, verwies auf Deutschlands unterdurchschnittliche Lebenserwartung im westeuropäischen Vergleich. Die Herzstiftung setzt auf evidenzbasierte Maßnahmen wie Rauchpräventions- und Bewegungsprogramme in Schulen, Screenings zur familiären Hypercholesterinämie sowie Vorsorge-Check-Ups ab 35 Jahren.

Prof. Dr. David Leistner stellte das neu gegründete Präventionszentrum für kardiovaskuläre Erkrankungen der Universitätsmedizin Frankfurt vor, das individuelle Risikoanalysen mit interdisziplinärer Expertise aus Kardiologie, Neurologie und weiteren Fachbereichen verbindet. Prof. Dr. Christian Grefkes-Hermann illustrierte, dass Prävention keine Kostenfrage sein muss: Eine koordinierte Aufklärungskampagne zu Lachgasschäden bei Jugendlichen in Frankfurt und Berlin zeigte rasch Wirkung.

Parallel zur Diskussion nutzten mehrere Hundert Besucherinnen und Besucher kostenlose Gesundheitschecks, darunter Kardio-Scan, Cholesterin-Check und Ultraschall zur Schlaganfallrisikoeinschätzung. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Präventionsjahres 2026 der Universitätsmedizin Frankfurt statt.

Quelle:
aok.de

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