Helios-Klinikum Erfurt testet 3D-gedruckte Medikamente für Kinder und ältere Menschen
Das Helios-Klinikum Erfurt druckt Medikamente individuell für Kinder und ältere Menschen und prüft in zwei Studien mit mehr als 1.000 Patientinnen und Patienten, ob sie sich besser dosieren und leichter einnehmen lassen…
- Digitale Klinik
Das Helios-Klinikum Erfurt setzt 3D-Druck ein, um Medikamente genauer auf Kinder und ältere Menschen zuzuschneiden. Die Klinik will mit zwei Studien zeigen, dass Patienten die gedruckten Arzneiformen besser annehmen und dass Ärzte die Dosis präziser anpassen können.
Die Krankenhausapotheke verändert dafür nicht nur die Dosis. Das Team um Apothekenchef Dr. Alexander Krauel passt auch Form, Konsistenz und bei Bedarf den Geschmack an. Selbst weiche, gummibärchenartige Tabletten sind möglich. Für viele Patienten ist das relevant, weil sie große Tabletten schlecht schlucken oder herkömmliche Präparate teilen und zerkleinern müssen.
Bis zum Start brauchte das Klinikum zwei Jahre Vorbereitung. Krauel sagt, das Europäische Arzneibuch bilde diese Technologie bislang nicht ab. Die Apotheke musste deshalb die Aufsichtsbehörden überzeugen und die Qualität der gedruckten Medikamente nachweisen.
Dr. Jana Giesel-Gerstmeier leitet die Studien für das Center of Excellence des Helios Klinik-Verbundes. Helios arbeitet dafür mit drei weiteren großen Krankenhäusern in Deutschland zusammen. Insgesamt sollen mehr als 1.000 Patienten teilnehmen. In der Geriatrie untersucht das Team Blutdrucksenker, Herzmedikamente und Entwässerungsmittel. Bei Kindern mit Leukämie oder Rheuma testet es einen Entzündungshemmer, dessen Geschmack es verändern konnte. Langfristig will Helios mehrere Wirkstoffe in einer Tablette kombinieren und so die Zahl täglicher Tabletten von bis zu 20 auf drei bis vier senken.
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