Krankenhausübernahmen verbessern Herzinfarktversorgung deutlich

Eine Studie der Universitäten Hamburg und Berlin belegt, dass Klinikfusionen die 30-Tage-Sterblichkeit nach Herzinfarkten um 1,24 Prozentpunkte senken, weil unterkapitalisierte Häuser nach der Übernahme Kapital für Infrastrukturinvestitionen erhalten…

25. August 2026
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Krankenhausübernahmen und -fusionen verbessern die Herzinfarktversorgung messbar. Das belegt eine Studie von Forschenden der Universitäten Hamburg und Berlin, veröffentlicht im Fachjournal The Lancet. Die 30-Tage-Sterblichkeit nach akutem Herzinfarkt sank in der Folge von Übernahmen um 1,24 Prozentpunkte, was bei einer Ausgangssterblichkeit von 12,82 Prozent einer Reduktion um knapp ein Zehntel entspricht.

Als zentralen Mechanismus identifizieren die Autoren den Kapitalzugang, denn unterkapitalisierte Häuser erhalten nach einer Übernahme Mittel für Investitionen in die Behandlungsinfrastruktur, etwa für ein Herzkatheterlabor. Das politisch regulierte Fallpauschalensystem verhindert dabei, dass neue Träger höhere Preise durchsetzen können. Versorgungsverbesserungen entstehen also nicht durch Preiserhöhungen, sondern durch Infrastrukturausbau.

Die öffentlich verbreitete Sorge, Fusionen gingen mit Sparmaßnahmen und schlechterer Versorgung einher, bestätigte die Studie nicht.

Anders verhält es sich bei der Schlaganfallversorgung. Dort zeigten sich keine spürbaren Veränderungen der Überlebenschancen. Professor Jonas Schreyögg vom Hamburg Center for Health Economics erklärt dies damit, dass Schlaganfallversorgung eingespielte, interdisziplinäre Teams und Prozesse erfordere, die sich nicht kurzfristig aufbauen ließen. Für solche koordinationsabhängigen Versorgungspfade seien gezielte Integrationsstrategien nötig, die über reine Kapitalinvestitionen hinausgingen.

Die Studie basiert auf öffentlich zugänglichen Qualitätsberichten und Krankenhausverzeichnissen. Verantwortlich zeichnen Dr. Esra Eren Bayindir, Professor Jonas Schreyögg und Dr. Reinhard Busse von der Technischen Universität Berlin.

Quelle:
aerztezeitung.de

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