Intensivstation als Personalkosten-Treiber – 807 Euro je Bett und Tag.
Ein universitäres Modell kalkuliert Personalkosten für OP, Intensivstation und Peripherstation auf Basis von Tarifentgelten 2024 und Annahmen zur Besetzung und nennt 5,63 Euro je OP-Minute sowie 807 und 192 Euro je Bett und Tag…
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Das Kalkulationsmodell aus einer deutschen unfallchirurgischen Universitätsklinik liefert Kennzahlen, mit denen Krankenhäuser Personalkosten in OP, Intensivstation und Peripherstation gezielt beziffern und vergleichen können. Der Beitrag setzt damit beim größten Kostenblock an, weil rund zwei Drittel der Gesamtkosten in deutschen Krankenhäusern Personalkosten sind und dabei Ärztlicher Dienst und Pflegedienst wesentliche Anteile tragen.
Die Berechnungen basieren auf Entgelten je tariflicher Eingruppierung 2024 nach TV-L und TV-Ärzte Unikliniken sowie einem Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung von 25,59 Prozent. Die Kalkulationen wurden in Excel erstellt. Ausgeschlossen sind indirekte Personalkosten wie Verwaltung oder Reinigung sowie weitere Kostenblöcke wie Implantate, Arzneimittel und Energie.
Für den OP ermittelt das Modell bei angenommener Besetzung Personalkosten von 5,63 Euro je OP-Minute. Dieser Wert setzt sich aus den Minutenkosten für Facharzt Anästhesie mit 1,13 Euro, Oberarzt Unfallchirurgie mit 1,39 Euro, Assistenzarzt Unfallchirurgie mit 0,92 Euro, Fachkrankenpflege OP mit 1,46 Euro sowie Fachkrankenpflege Anästhesie mit 0,73 Euro zusammen.
Zwei Modellrechnungen übertragen den Minutenwert auf konkrete Eingriffe anhand mittlerer Schnitt-Naht-Zeiten. Für die Gammanagelosteosynthese bei proximaler Femurfraktur ergeben sich 300 Euro Personalkosten bei durchschnittlich 53 OP-Minuten. Für die winkelstabile Plattenosteosynthese bei proximaler Humerusfraktur werden 567 Euro bei durchschnittlich 101 OP-Minuten kalkuliert. Die mittleren OP-Zeiten stammen aus 61 beziehungsweise 32 Fällen aus Januar 2020 bis Dezember 2022 ohne erlösrelevante Komorbiditäten. Zeiten für anästhesiologische Vor- und Nachbereitung im Rahmen der Ein- und Ausleitung wurden bei der Operationszeit nicht berücksichtigt.
Für Intensivstation und Peripherstation berechnet das Modell Personalkosten je Bett und 24-Stunden-Tag bei jeweils 24 Betten. Es nutzt ein Dreischichtenmodell im Pflegedienst und ein Zweischichtenmodell für den Ärztlichen Dienst auf der Intensivstation sowie ein Einschichtmodell auf der Peripherstation. Die Annahmen orientieren sich an einer Universitätsklinik und berücksichtigen die Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung. Gemittelt auf eine 7-Tage-Woche liegen die Personalkosten je Bett und 24 Stunden bei 807 Euro auf der Intensivstation und bei 192 Euro auf der Peripherstation.
Der Beitrag betont Limitationen des Modellcharakters. Die Besetzungen besitzen keine Allgemeingültigkeit, Zuschläge etwa für Bereitschaftsdienste sowie Wochenend- oder Nachtarbeit bleiben unberücksichtigt und die Ergebnisse bilden den klinischen Alltag nicht umfassend ab. Der Beitrag von Katja Hierl, Laura Schörner und Volker Alt beschreibt das Modell als übertragbare Grundlage für Benchmarking und für die Analyse von Personalkostenstrukturen in OP und Station zur Kostenoptimierung und Effizienzsteigerung, sofern strukturelle und personelle Rahmenbedingungen berücksichtigt werden.
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