KI in der Medizin braucht bessere Daten, Evidenz und klinische Kompetenz

KI kann Diagnostik, Dokumentation und Betreuung unterstützen, entlastet Fachkräfte und stärkt Patientinnen und Patienten. Verantwortung, Einordnung und gemeinsame Entscheidungen bleiben aber bei Ärztinnen, Ärzten und anderen Behandelnden…

10. April 2026
  • Data und KI
  • Digitale Klinik

Die Professoren Björn Eskofier und Jochen Klucken ordnen den Einsatz von KI in der medizinischen Versorgung ein. Sie sehen in KI ein Werkzeug für präzisere und effizientere Versorgung. Ärztinnen und Ärzte ersetzt sie nicht, denn Verantwortung, Empathie und Priorisierung bleiben beim Menschen.

Sie verorten diese Entwicklung in einem Gesundheitssystem unter Druck. Fachkräftemangel, steigende Ausgaben, demografischer Wandel und wachsende Dokumentationspflichten erhöhen den Handlungsdruck. Gleichzeitig entstehen große Datenmengen aus Bildgebung, Labor, Genetik, Patientenakten, Apps, Wearables und Home Monitoring.

Eskofier und Klucken heben drei Merkmale hervor. KI personalisiert Empfehlungen, wirkt oft als direkte Schnittstelle zu Patientinnen und Patienten und entwickelt sich schneller als klassische Medizintechnik. Sie kann Prävention, Diagnose, Triage, Therapiewahl, Überwachung, Dokumentation, Kodierung und Terminplanung unterstützen. Behandelnde müssen diese Vorschläge einordnen und erklären.

Als Voraussetzung nennen sie strukturierte, interoperable und sichere Gesundheitsdaten. Elektronische Patientenakten, Echtweltdaten und patientengenerierte Daten sollen dafür besser nutzbar werden. Den Europäischen Gesundheitsdatenraum sowie AI Act, HTAR und MDR sehen sie als wichtige Rahmenwerke. Die größten Hürden liegen in Datenqualität, Interoperabilität, klinischer Integration sowie in offenen Fragen zu Haftung, Überwachung und Erstattung.

Quelle:
forschung-und-lehre.de

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