KI-Modell „Delphi-2M“ prognostiziert über 1.000 Krankheiten bis zu 20 Jahre im Voraus
Delphi-2M nutzt Biobank- und Registerdaten, prognostiziert viele Krankheiten weit im Voraus. Gute Treffer bei klaren Verläufen, schwächer bei seltenen und psychischen Erkrankungen. Ethikdebatte läuft…
- Data und KI
Forschende vom EMBL und Deutschen Krebsforschungszentrum stellen mit Delphi-2M ein GPT-basiertes Vorhersagemodell vor. Trainiert wurden Daten von 400.000 UK-Biobank-Teilnehmenden. Validiert wurde das System an 1,9 Millionen dänischen Registerfällen. Das Modell liefert zuverlässige Prognosen bei Krankheiten mit konsistenten Verläufen, etwa bestimmten Krebsarten oder Herzinfarkt und beim Sterberisiko. Schwächer schneidet es bei psychischen Störungen, Schwangerschaftskomplikationen und seltenen Erkrankungen ab. Die Autorengruppe betont, dass der klinische Einsatz noch nicht möglich ist. Zusätzliche Daten wie Laborwerte und weitere Forschung sind nötig. Medizinethikerinnen und -ethiker warnen vor Fehlanreizen bei Versicherungen und Arbeitgebern sowie vor neuen Grauzonen zwischen gesund und krank. Andere Stimmen sehen hohen individuellen und systemischen Nutzen, verweisen jedoch auf aufwendige Zertifizierung und die Gefahr, dass das Projekt im Publikationsmodus steckenbleibt.
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