KI-Tool erkennt milde Blutungsstörungen vor Operationen mit 90-Prozent-Trefferquote
Der MDB-Check aus Bern erkennt milde Blutungsstörungen vor Operationen bei 90,2 Prozent der Betroffenen zuverlässig. Das KI-Tool ist bereits öffentlich zugänglich…
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Forschende des Inselspitals und der Universität Bern haben ein KI-basiertes Entscheidungstool entwickelt, das vor geplanten Operationen das Vorliegen einer milden Blutungsstörung mit einer Sensitivität von 90,2 Prozent erkennt. Der MBD-Check ist bereits als frei zugängliche Webanwendung verfügbar.
Milde Blutungsstörungen zählen zu den häufigsten erblichen Blutungsneigungen. Im Alltag bleiben sie oft unbemerkt, können bei Operationen jedoch zu vermehrten Blutungen führen. Bestehende Screeningverfahren sind nur begrenzt aussagekräftig, weshalb viele Patienten mit auffälliger Blutungsgeschichte vorsorglich an Spezialisten überwiesen werden.
Das Tool kombiniert wenige, im klinischen Alltag meist bereits vorliegende Informationen. Dazu zählen ausgewählte Laborwerte, Angaben zur Blutungsgeschichte, darunter Nachblutungen nach Zahnextraktionen, sowie das Geschlecht. Die Grundlage bildeten Daten von 772 Personen mit Verdacht auf eine milde Blutungsstörung. 555 Datensätze dienten der Modellentwicklung, 217 der externen Validierung.
Die Spezifität lag bei 54,3 Prozent. Das Tool ist damit vorrangig auf zuverlässige Erkennung von Betroffenen ausgelegt. Fachpersonen aus Chirurgie, Anästhesiologie und Hämatologie testeten die Anwendung. Die Bearbeitung von Fallbeispielen dauerte im Median 72 Sekunden, die Benutzerfreundlichkeit wurde als sehr hoch bewertet. Das Tool zeigt zudem an, welche Eingaben besonders zum Ergebnis beigetragen haben.
Die Forschenden betonen, dass MBD-Check keine ärztliche Beurteilung ersetzt. Geplant ist die Integration in klinische Abläufe und digitale Krankenhausinformationssysteme. Künftige Studien sollen prüfen, ob präoperative Abklärungen dadurch effizienter werden.
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