Klinikeinkauf unter Druck: Resilienz verlangt neue Strategien
Globale Krisen, Lieferengpässe und knappe Budgets erhöhen den Druck auf den Klinikeinkauf. Die Charité setzt auf Multi-Sourcing, Digitalisierung und neue Partnerschaften. Besonders kritisch bleibt die Lage bei spezialisierten Medizinprodukten…
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Globale Krisen und politische Spannungen treffen den Klinikeinkauf direkt und legen die Verletzlichkeit internationaler Lieferketten offen. Die Nachfrage stieg in vielen Bereichen sprunghaft an. Aktuelle Konflikte in erdölreichen Regionen wirken sich zudem indirekt auf die Preise für Energie und Rohstoffe aus.
Christian Kaufmann von der Charité Berlin beschreibt die Resilienz im Einkauf als eine zentrale strategische Aufgabe. Es reicht nicht mehr aus, nur die Lager zu füllen, denn entscheidend sind mehrere Bezugsquellen für kritische Produkte. Besonders kritisch ist die Lage bei Nischenprodukten. Anders als bei Arzneimitteln fehlt hier ein zentrales Meldesystem und Probleme zeigen sich oft erst schleichend.
Der wirtschaftliche Druck verschärft die Situation zusätzlich, da die Investitionsmittel der Länder weiterhin stark begrenzt bleiben. Der Einkauf prüft daher die Gesamtkosten. Value-based Procurement spielt bislang kaum eine Rolle, weil für die Bewertung häufig belastbare Daten zum Outcome fehlen. Innovationen bringen zwar medizinischen Fortschritt, bedeuten aber oft Unsicherheit bei der Refinanzierung. Die Charité treibt die Digitalisierung voran und wickelt bereits über 70 Prozent aller Bestellungen vollkommen automatisiert ab. Eine neue Plattform integriert künftig KI-Funktionen. Gleichzeitig teilt das Haus finanzielle Risiken durch verbindliche Abnahmemengen mit seinen Lieferanten, um die Versorgung dauerhaft zu sichern. Das Thema Nachhaltigkeit bleibt zwar wichtig, steht momentan jedoch unter einem strikten Vorbehalt der verfügbaren Budgets.
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