Kliniken kämpfen mit fehlender Finanzierung für moderne Ernährungsmedizin
Mangelernährung bleibt trotz hoher Relevanz oft unerkannt. Ernährungsteams verbessern Verläufe und senken Risiken deutlich…
- Ökonomie
Dr. Gert Bischoff, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin, betont die hohe Bedeutung der Ernährungstherapie in Kliniken. Ein Drittel der stationär aufgenommenen Menschen zeigt eine krankheitsbezogene Mangelernährung. Dies führt zu längeren Verläufen, mehr Komplikationen und hohen Kosten. Systematische Screenings wie das NRS 2002 werden noch nicht flächendeckend umgesetzt. Besonders betroffen sind Personen mit onkologischen, geriatrischen oder kardiovaskulären Erkrankungen. Der Ärztliche Leiter des Zentrums für Ernährungsmedizin und Prävention am Krankenhaus Barmherzige Brüder berichtet, dass nur wenige Häuser über Ernährungsteams aus Ernährungsmedizinerinnen und -medizinern sowie Fachkräften verfügen. Zertifizierungen wie Nutrizert sichern Qualitätsstandards im Zusammenspiel von Therapie und Speisenversorgung. Die Finanzierung bleibt jedoch begrenzt, trotz neuer Möglichkeiten über Qualitätsverträge. Für Küchen erschweren niedrige Budgets eine Umsetzung der DGE-Standards. Bischoff fordert zudem eine stärkere Verankerung der Ernährungsmedizin in der ärztlichen Aus- und Weiterbildung, unterstützt durch ein neues Mustercurriculum der DGEM.
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