Krankenhausgipfel: G-BA-Chefin fordert eine einzige Regelungsbehörde für Qualitätsvorgaben
Beim DKG-Krankenhausgipfel forderten Experten mehr Ergebnisqualität, weniger Doppelmeldungen und stärkere Patientenbefragungen. Der GKV-Spitzenverband warnte vor dem Abbau verbindlicher Strukturvorgaben…
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Qualitätssicherung im Krankenhaus muss stärker auf Behandlungsergebnisse ausgerichtet werden. Darüber waren sich die Teilnehmenden beim DKG-Krankenhausgipfel am 21. September 2026 in Berlin weitgehend einig. Strittig blieb, ob dafür Strukturvorgaben abgebaut werden dürfen.
G-BA-Vorsitzende Sonja Optendrenk plädierte für eine einzige Institution, die Qualitätsvorgaben bündelt. Derzeit regelten rund fünf verschiedene Institutionen teils identische Sachverhalte unterschiedlich, was zu redundanten Meldepflichten führe. Für eine Neuausrichtung hin zur Belohnung positiver Entwicklungen brauche der G-BA einen klaren gesetzlichen Auftrag. Optendrenk warnte zudem, dass laufende Reformvorhaben tendenziell mehr Struktur- als Ergebnisqualität etablierten.
Marburger-Bund-Vorsitzende Susanne Johna forderte einen Reset bei Qualitätssicherungsvorgaben zur Personalentlastung. DKG-Vize Henriette Neumeyer schlug einen Minimaldatensatz mit rund zehn Indikatoren vor, der einmal erhoben und zentral verwaltet werden solle.
Einigkeit bestand darin, Patientenbefragungen auszuweiten und Langzeiterfahrungen nach Klinikaufenthalten stärker zu erfassen. Heidemarie Haeske-Seeberg vom Aktionsbündnis Patientensicherheit knüpfte mehr Ergebnisqualität an eine flächendeckende elektronische Patientenakte mit intelligenten Suchfunktionen sowie interoperable Systeme.
Der GKV-Spitzenverband warnte ausdrücklich vor dem Abbau verbindlicher Strukturvorgaben. Stefanie Stoff-Ahnis verwies darauf, dass bei etwa fünf Prozent der Kliniken mit Hüftgelenkersatz im vergangenen Jahr relevante Defizite mit Komplikationen und Todesfällen aufgetreten seien. AOK-Chefin Carola Reimann ergänzte, die WiZen-Studie von 2022 habe belegt, dass Prozess- und Strukturvorgaben in zertifizierten onkologischen Zentren zu höheren Überlebensraten führten.
Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) kündigte an, in den nächsten Monaten ein Bürokratieabbaugesetz vorzulegen.
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