Krankenhausreform in Bayern: Kliniksterben verhindern oder Status quo sichern
Das Bayerische Gesundheitsministerium entscheidet im Herbst über Leistungsgruppen. Weilheim-Schongau hat alle Anforderungen der Krankenhausreform erfüllt, doch die finale Zuteilung und die Bundeskürzungen von 8 Milliarden Euro belasten die Planung…
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Im Herbst entscheidet das Bayerische Gesundheitsministerium, welche Krankenhäuser welche Leistungsgruppen erhalten und damit welche Behandlungen sie künftig mit den Krankenkassen abrechnen dürfen. Die Krankenhaus Weilheim-Schongau GmbH hat sich früh vorbereitet und alle Anforderungen für die beantragten 22 Leistungsgruppen erfüllt, wie der Medizinische Dienst nach eingehender Prüfung bestätigt hat.
Ziel ist die Einstufung als Notfallversorger der Stufe 2. Dafür braucht Weilheim ein verzahntes Netz aus Leistungsgruppen, darunter eine integrierte Notaufnahme und eine Intensivstation, beide mit erheblichem Personal- und Investitionsaufwand aufgebaut.
Vor der finalen Entscheidung steht die Regionalplanung. Auf Anweisung von Gesundheitsministerin Judith Gerlach wurden die Landkreise Weilheim-Schongau, Fürstenfeldbruck, Starnberg und Bad Tölz-Wolfratshausen gemeinsam untersucht. Garmisch-Partenkirchen blieb außen vor. Laut vorliegenden Informationen ist Weilheim-Schongau dabei gut positioniert. Die Umwandlung des Schongauer Krankenhauses in das ambulant ausgerichtete „SOGesund“ hat die Vorgaben der Gesundheitsreform bereits umgesetzt, während andere Landkreise kaum Konkretes vorweisen können.
Zusätzlich belastet eine Bundesreform die Lage: Bundesgesundheitsministerin Nina Warken brachte eine Krankenkassenreform auf den Weg, bevor sie ihr Amt an Carsten Linnemann übergab. Rund 8 Milliarden Euro werden pauschal bei den Krankenhäusern gekürzt. Experten der Deutschen Krankenhausgesellschaft rechnen mit Mehrkosten von 4 bis 5 Millionen Euro zusätzlich zum bestehenden Defizit.
Das „SOGesund“ produziert weiterhin hohe Verluste, weil die von Ex-Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach fest zugesagten Tagespauschalen frühestens Anfang 2027 fließen könnten. Eine Schließung des Standorts Schongau wäre laut Geschäftsführer Thomas Lippmann keine Lösung. Beide Standorte sind strukturell voneinander abhängig, eine Schließung würde das Defizit in Weilheim drastisch erhöhen.
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