Krankenhausreform verlagert Versorgung, nicht Verantwortung

Die Krankenhausreform reduziert Betten und verlagert Millionen Behandlungsfälle in andere Sektoren. Ohne Ausbau ambulanter und pflegerischer Strukturen drohen schon bald erhebliche Versorgungslücken für Patientinnen und Patienten…

2. Februar 2026
  • Politik
  • Ökonomie

Die aktuelle Krankenhausreform konzentriert sich stark auf den Abbau stationärer Kapazitäten. Häufig fällt dabei der pauschale Satz, ein Drittel der Krankenhäuser sei entbehrlich. Diese Aussage greift zu kurz, warnt Uwe Leder, Geschäftsführer beim SRH Wald-Klinikum Gera., beim SRH Zentralklinikum Suhl und beim SRH Klinikum Burgenlandkreis. Weniger Kliniken bedeuten nicht weniger kranke Menschen. Millionen stationärer Behandlungsfälle und zusätzliche Notfälle verlagern sich in die ambulanten und pflegerischen Versorgungsstrukturen.

Doch vielerorts fehlen Personal, Räume und verlässliche Finanzierungsmodelle. Die hausärztliche Versorgung gerät besonders unter Druck, wenn zusätzliche Steuerungsaufgaben ohne strukturelle Entlastung hinzukommen. Hybrid-DRGs und sinkende Vergütungen verschärfen die Situation zusätzlich.

Medizinische Versorgungszentren in Trägerschaft von Krankenhäusern bieten hier einen realistischen Ansatz, um eine sektorenübergreifende Versorgung zu organisieren. Verbünde ermöglichen Teamarbeit, Teilzeitmodelle und stabile Abläufe.

Eine Ambulantisierung ohne diese Strukturen verschiebt Risiken und trifft am Ende die Patientinnen und Patienten.

Quelle:
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