Landespflegekammer Rheinland-Pfalz würdigt Werk zu Kammersystem als Impuls für den Fachdiskurs
Ein neues Buch von Igl, Lichtenegger und Bossle argumentiert, dass Pflegefachpersonen nur durch gesetzlich verankerte Kammern wirksame politische Mitbestimmung erlangen können…
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Pflegefachpersonen sind von gesundheitspolitischen Entscheidungen direkt betroffen, haben aber kaum strukturellen Einfluss darauf. Das Buch „Politische Partizipation in der Pflege“ von Hannah Igl, Johannes Lichtenegger und Michael Bossle, erschienen 2026 im Springer-Verlag, macht diese Lücke zum Thema. Die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz würdigt es als wichtigen Impuls für den fachlichen Austausch zum Kammersystem.
Die Autoren zeigen am Beispiel Bayerns, dass freiwillige Verbände und Gewerkschaften strukturell begrenzt sind, denn sie vertreten nur jene, die sich aktiv organisieren. Eine gesetzlich verankerte Pflegekammer als Körperschaft des öffentlichen Rechts schließt diese Lücke, weil sie die gesamte Berufsgruppe einbezieht, unabhängig von Arbeitgeber oder Einsatzbereich.
Politische Teilhabe brauche institutionelle Voraussetzungen, so eine Kernbotschaft der Autoren. Nur so lasse sich verhindern, dass die Vielfalt in der Pflege zur Zersplitterung führt. Die Pflegekammer ersetzt dabei weder Gewerkschaften noch Berufsverbände, sondern übernimmt eine eigene Funktion: fachliche Standards mitgestalten und Berufsinteressen in die Politik tragen.
Die gesetzlich geregelte Mitgliedschaft sei kein Widerspruch zur Demokratie, sondern deren Voraussetzung, argumentieren die Autoren. Demokratische Legitimation entstehe erst, wenn alle Berufsangehörigen wählen können, wer ihre Interessen vertritt.
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