Landgericht Kleve verurteilt falschen Sanitäter wegen Totschlags zu zehn Jahren Haft

Ein 30-jähriger gelernter LKW-Fahrer schleuste sich mit gefälschten Urkunden in nordrhein-westfälische Rettungsdienste ein und tötete im August 2025 einen 80-jährigen Patienten durch Fehlbehandlung…

29. Juli 2026
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Das Landgericht Kleve hat einen 30-jährigen Mann zu zehn Jahren Haft verurteilt, der sich mit gefälschten Ausbildungs- und Qualifikationsnachweisen jahrelang als Notfallsanitäter ausgab. Der gelernte LKW-Fahrer hatte zuvor eine Ausbildung als Rettungssanitäter nicht bestanden.

Über Zeitarbeitsfirmen gelangte er an verschiedene Rettungsdienste in Nordrhein-Westfalen. Bei einem früheren Einsatz in Wermelskirchen brachte er bereits einen Patienten durch fehlerhafte Behandlung in Lebensgefahr. Eine Kollegin verhinderte damals Schlimmeres, seine fehlende Qualifikation blieb jedoch unbemerkt.

Im August 2025 kam es in Kamp-Lintfort zum tödlichen Einsatz. Der Angeklagte verabreichte einem schwer kranken 80-Jährigen ein falsches Medikament und verhinderte die Hinzuziehung eines Notarztes, obwohl die anwesenden Töchter des Patienten mehrfach auf dessen Verschlechterung hinwiesen. Der Patient starb. Das Gericht stellte die kausale Verantwortung des Angeklagten fest.

Das Deutsche Rote Kreuz erklärte gegenüber dem WDR, man habe sich auf die vertraglichen Zusicherungen des Dienstleisters verlassen, der die Prüfung der Urkunden bestätigt hatte.

Das Gericht verurteilte den Mann wegen Totschlags, versuchter Körperverletzung und Urkundenfälschung. Die Anklage hatte acht Jahre und sechs Monate gefordert. Der vorsitzende Richter bezeichnete das Urteil als „haarscharf am Mord vorbei“. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Quelle:
rechtsdepesche.de

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