Landkreis Lindau sucht Standort für neue Klinik mit 150-Millionen-Projekt

Zwei Standorte und eine offene Förderfrage. Der Landkreis Lindau verhandelt mit der bayerischen Staatsregierung über einen Klinikneubau. Die Kreistagssitzung am 23. Juli soll erste Klarheit bringen…

3. Juli 2026
  • Ökonomie

Der Landkreis Lindau steht vor einer grundlegenden Entscheidung in der Krankenhausversorgung. Der neu gegründete Kreistagsausschuss für Gesundheit, Pflege und Prävention hat in seiner ersten Sitzung am 30. Juni 2026 zwei mögliche Standorte für einen Klinikneubau diskutiert. Zum einen den Raum Hergatz an der württembergisch-bayerischen Grenze und einen Standort nordöstlich von Lindau.

Gutachter Alexander Schmid von 2perspectives, der seit Längerem vom Landkreis beauftragt ist, hält den Standort Hergatz weiterhin für die vernünftigste Lösung. Dort soll ein zentrales Klinikum mit 260 Betten entstehen, das die Krankenhäuser Lindau, Wangen und das bereits geschlossene Lindenberg ersetzt. Bayern zeigte sich offen, Baden-Württemberg lehnte den Standort bisher ab. Mit dem Regierungswechsel in Stuttgart verbindet die Kommunalpolitik nun neue Hoffnungen.

Parallel dazu beginnen am selben Tag Gespräche mit dem bayerischen Staatsministerium über einen Neubau bei Lindau. Schmids Kostenschätzung liegt bei 150 Millionen Euro, inklusive eines Puffers von 25 Millionen. Dem stehen mögliche Grundstückserlöse von 60 bis 80 Millionen Euro gegenüber. Als Bauherr ist Asklepios vorgesehen, da private Träger schneller und kostengünstiger bauen als die öffentliche Hand.

Ein zentrales Problem bleibt, denn mit rund 120 Betten wäre der Lindauer Neubau zu klein für eine reguläre Förderung durch den Freistaat. Die Zeitschiene für das Gesamtprojekt beträgt sechs bis acht Jahre. Landrat Elmar Stegmann erwartet bis zur Kreistagssitzung am 23. Juli verlässliche Signale aus München.

Quelle:
schwaebische.de

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