Leistungsgruppen und Untergrenzen: Warum das KHAG die Pflege zum Risiko macht
Alexandra Heeser warnt, dass das KHAG den Streit um Pflegebudget und Personaluntergrenzen verschärft und damit Pflegequalität, Berufsattraktivität und die Versorgung in Kliniken gefährdet…
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Alexandra Heeser bewertet das KHAG als falsches Signal für die Krankenhausreform. Ihr zentraler Punkt: Das Gesetz verschärft den Verteilungskampf um das Pflegebudget, verengt den Blick auf Pflege und macht Versorgungsqualität an starren Untergrenzen fest. Aus der Sicht Heesers trifft das Kliniken und Pflegekräfte zugleich.
Heeser erinnert daran, dass das 2020 eingeführte Pflegebudget die Pflege aus dem ökonomischen Druck des DRG-Systems lösen sollte. Nun fordern Krankenkassen laut Kommentar wegen steigender Kosten die Abschaffung oder Deckelung dieses Budgets. Das KHAG verschärft diesen Konflikt nach ihrer Darstellung, weil es nur noch die direkte Pflege am Bett refinanzieren will.
Heeser verweist auf pflegerische Anamnese, Pflegeplanung und Evaluation. Diese Aufgaben leisten Pflegekräfte oft nicht direkt am Bett, sie gehören aber zum Berufskern. DKG und Deutscher Pflegerat lehnen deshalb eine Abschaffung oder Deckelung des Pflegebudgets ab und fordern eine Überarbeitung auf Basis der Selbstkostendeckung.
Kritisch sieht Heeser auch, dass das KHAG die PpUG an den Erhalt von Leistungsgruppen koppelt. Sie plädiert stattdessen für eine bedarfsgerechte Bemessung wie die PPR 2.0. Sonst drohen nach ihrer Einschätzung Stationsschließungen, der Verlust von Leistungsgruppen und zusätzlicher Vertrauensverlust bei Pflegekräften und Bevölkerung.
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