Lyoner Studie belegt erhöhtes Komplikationsrisiko durch sozialen Jetlag bei Chirurgen

Chirurgen mit sozialem Jetlag verursachen laut einer Lyoner Beobachtungsstudie deutlich mehr postoperative Komplikationen und erkranken häufiger an Burnout…

10. Juni 2026
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Unregelmäßige Schlafzeiten erhöhen bei Chirurgen das Risiko für postoperative Komplikationen und Burnout. Das zeigt eine Beobachtungsstudie der Gruppe „TopSurgeons“ an der Universität Lyon, veröffentlicht in JAMA Surgery.

38 Chirurginnen und Chirurgen trugen ein Jahr lang rund um die Uhr einen Aktimeter am Bein. Léa Pascal und Mitarbeitende werteten die Bewegungsdaten aus, um Schlafmitte und soziale Jetlag-Dauer zu bestimmen. Als Maß für Operationsqualität diente die Klassifikation nach Clavien-Dindo.

Das Ergebnis ist eindeutig: Bei einem sozialen Jetlag unter einer Stunde lag die Komplikationsrate bei 19,8 Prozent, bei mehr als zwei Stunden Jetlag stieg sie auf 26,9 Prozent. Die adjustierte Risk Ratio betrug 1,45 (95-%-KI: 1,12 bis 1,81) und war statistisch signifikant.

Auch das Burnout-Risiko stieg messbar. Chirurgen mit Burnout-Diagnose wiesen einen medianen Jetlag von 75 Minuten auf, jene ohne Burnout nur 52 Minuten. Zudem schwankte ihr Schlafmittelpunkt stärker (54 versus 43 Minuten).

Die Forschenden betonen, dass die Effekte unabhängig von der Gesamtschlafdauer und der Häufigkeit von Nachtschichten auftraten. Ursache sei allein die Störung der zirkadianen Uhr. Frühere Studien hätten bereits gezeigt, dass Aufmerksamkeit, Verarbeitungsgeschwindigkeit, Auge-Hand-Koordination und emotionale Regulierung besonders empfindlich auf Verschiebungen im Tag/Nacht-Rhythmus reagieren.

Quelle:
aerzteblatt.de

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