Marburger Bund Niedersachsen sieht Patientensicherheit durch Kliniküberlastung gefährdet

Strukturelle Überlastung in Kliniken begünstigt Behandlungsfehler. Das zeigen aktuelle Zahlen des Medizinischen Dienstes, die der Marburger Bund Niedersachsen zum Anlass nimmt, bessere Arbeitsbedingungen zu fordern…

27. August 2026
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Der Marburger Bund Niedersachsen warnt davor, Behandlungsfehler allein als individuelles Versagen zu werten. Arbeitsverdichtung, Fachkräftemangel und wachsender Finanzdruck in den Krankenhäusern begünstigten Fehler strukturell.

In Niedersachsen prüfte der Medizinische Dienst 2025 rund 1.100 Behandlungsfehlervorwürfe. In 24,2 Prozent der Fälle wurde ein Fehler bestätigt, in 21,1 Prozent ein Zusammenhang mit einem gesundheitlichen Schaden nachgewiesen. Bundesweit überprüfte der Medizinische Dienst rund 11.700 Verdachtsfälle, in etwa 3.100 Fällen wurde ein Schaden bestätigt, in 97 Fällen bestand ein Zusammenhang mit dem Tod der Patienten.

Die Landesvorsitzenden Hans Martin Wollenberg und Andreas Hammerschmidt betonen, dass diese Zahlen nur einen Ausschnitt des tatsächlichen Fehlergeschehens abbilden. Wissenschaftliche Studien schätzen, dass bei zwei bis vier Prozent der stationären Behandlungen vermeidbare Schäden auftreten. Für Deutschland werden jährlich 350.000 bis 700.000 vermeidbare Schäden geschätzt. 2024 fanden 17,5 Millionen stationäre Behandlungen statt.

Der Verband fordert, dass verbleibende Kliniken bei anstehenden Veränderungen der Krankenhauslandschaft ausreichend finanziert und personell ausgestattet werden. Fehler- und Meldesysteme seien unverzichtbar, könnten strukturelle Überlastung aber nicht kompensieren.

Quelle:
marburger-bund.de

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