Masterplan Medizinstudium 2020: Warum das politische Versprechen bis heute nicht eingelöst wurde
Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist politisch weitgehend blockiert. Bund und Länder einigen sich nicht auf eine gemeinsame Finanzierungsverantwortung, die Studienqualität leidet…
- Politik
Fast zehn Jahre nach dem Beschluss des Masterplans Medizinstudium 2020 ist die Reform des Medizinstudiums in Deutschland politisch blockiert. Bund und Länder haben sich bis heute nicht auf eine gemeinsame Finanzierungsverantwortung geeinigt, eine Novelle der Ärztlichen Approbationsordnung liegt ungenutzt vor. Der aktuelle Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD erwähnt zwar die Ziele des Masterplans, benennt aber keine konkreten Umsetzungsschritte.
Der Marburger Bund diskutierte die Lage in seiner Sendung MB-DIREKT. Bundestagsabgeordneter Johannes Wagner (Bündnis 90/Die Grünen) macht mangelnden politischen Willen für den Finanzierungsstreit verantwortlich und fordert sowohl Engagement der Bundesgesundheitsministerin als auch mehr Eigenverantwortung der Länder.
Thüringens Staatssekretärin Tina Rudolph dringt auf einheitliche, moderne Studieninhalte an allen Universitäten sowie eine stärkere Verzahnung von Klinik und Vorklinik. Zudem kritisiert sie die Bedingungen im Praktischen Jahr, da Krankheitstage de facto mit dem Urlaub verrechnet würden.
Tobias Bokowski, Vorsitzender des Sprecherrats der Medizinstudierenden im Marburger Bund, befürwortet gut vorbereitete Parcoursprüfungen als praxisnahes Prüfungsformat. Für eine gute Umsetzung müsse man jedoch Geld in die Hand nehmen. Frank Wissing, Generalsekretär des Medizinischen Fakultätentages, warnt vor weiterer Verschleppung und beklagt, dass Fakultäten durch politische Ankündigungen an eigenen Reformschritten gehindert werden.
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