MII veröffentlicht Kerndatensatz-Modul „Dokument“ für die standardisierte Nutzung klinischer Texte in der Forschung

Die Medizininformatik-Initiative hat das Kerndatensatz-Modul „Dokument“ entwickelt, das klinische Texte wie Entlassbriefe institutionsübergreifend für die Forschung nutzbar macht…

3. Juni 2026
  • Data und KI
  • Digitale Klinik

Die Medizininformatik-Initiative (MII) hat das Kerndatensatz-Modul „Dokument“ entwickelt, um klinische Freitexte wie Entlassbriefe oder Operationsberichte strukturiert und institutionsübergreifend für die medizinische Forschung bereitzustellen. Grundlage ist der internationale Standard HL7 FHIR, konkret die Ressource DocumentReference. Das Modul wurde auf Kompatibilität mit bestehenden deutschen Standards ausgelegt, darunter die Modelle der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und die ISiK-Vorgaben der Gematik. Im Unterschied zu diesen Primärsystemen zielt das KDS-Modul gezielt auf die sekundäre Nutzung in der Forschung.

Für die einheitliche Klassifizierung von Dokumenten empfiehlt das Modul die Klinische Dokumentenklassen-Liste (KDL). Eine integrierte NLP-Status-Erweiterung dokumentiert den Verarbeitungsstatus eines Dokuments, etwa ob es bereits de-identifiziert oder annotiert wurde. Den medizinischen Kontext sichern andere KDS-Module wie „Person“ und „Fall“ ab.

Maßgeblicher Treiber der Entwicklung war das Projekt GeMTeX (German Medical Text Corpus), das ein deutschlandweites klinisches Textkorpus aufbaut. Beteiligt waren unter anderem das Projekt MiHUBx (seit Januar 2026: MiHUB) sowie Akteure aus dem Netzwerk Universitätsmedizin (NUM). Die technische Formalisierung erfolgte mit FHIR Shorthand (FSH); der Implementation Guide ist auf der Plattform Simplifier veröffentlicht.

Für die Datenintegrationszentren (DIZ) bildet das Modul die Grundlage, um Textdaten über das Forschungsdatenportal Gesundheit (FDPG) bereitzustellen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können damit gezielt Patientenkollektive abfragen, für die bestimmte Dokumenttypen in einem definierten Bearbeitungszustand vorliegen. Am 28. Mai 2026 stellt Jakob Faller vom Universitätsklinikum Erlangen das Modul auf der Medical Informatics Europe (MIE)-Konferenz in Genua vor.

Quelle:
smith.care

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