Mindestmengen wirken: Zahl der Kliniken für komplexe Krebs-OPs sinkt um bis zu 50 Prozent

Mindestmengen-Regelungen konzentrieren komplexe Krebs-OPs in weniger, erfahreneren Kliniken. Die Steuerung in zertifizierte Krebszentren kommt dagegen kaum voran…

20. Juli 2026
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Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) hat sein Online-Portal „Qualitätsmonitor“ mit Daten für 2024 aktualisiert. Die Auswertung belegt, dass die Einführung und Anhebung von Mindestmengen komplexe Krebsoperationen spürbar in weniger, aber erfahreneren Kliniken konzentrieren.

Den stärksten Effekt zeigen Speiseröhren-Operationen. Die Zahl der operierenden Standorte halbierte sich von 271 (2020) auf 134 (2024), die durchschnittliche Fallzahl je Klinik stieg von 17 auf 31. Bei Lungenkrebs sank der Anteil der Fälle in Kliniken unterhalb der Mindestmenge von einem Drittel (2020) auf 12 Prozent (2024), die Zahl der Standorte von 372 auf 294. Brustkrebs-Operationen verzeichnen einen Rückgang der beteiligten Kliniken um mehr als 20 Prozent (575 auf 449), die durchschnittliche Fallzahl stieg von 122 auf 166. Auch bei Bauchspeicheldrüsen-Operationen sank die Klinikzahl um rund ein Viertel (479 auf 364).

Weniger Fortschritt zeigt der Monitor bei der Steuerung in zertifizierte Krebszentren. Der Anteil der Brustkrebs-Operationen in nicht zertifizierten Häusern stagniert seit zwei Jahren bei 11 Prozent. Bei Lungenkrebs stieg der Anteil zertifizierter Zentren von 51 Prozent (2020) auf 57 Prozent (2024), ein nur leichter Zuwachs. WIdO-Geschäftsführer Helmut Schröder fordert die Länder auf, die Zentralisierung in zertifizierten Kliniken voranzutreiben, da diese nachweisliche Überlebensvorteile bieten.

Quelle:
wido.de

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