Pressemeldung

Mühlenkreiskliniken erweitern ihr Screeningprogramm auf multiresistente Keime

Die Mühlenkreiskliniken intensivieren den Kampf gegen multiresistente Keime: Alle stationären Patientinnen und Patienten der Mühlenkreiskliniken werden ab sofort bei der Aufnahme auf multiresistente MRGN-Erreger untersucht…

7. Juli 2026
  • QM

Foto: Dr. Peter Witte, Direktor des Instituts für Krankenhaushygiene der Mühlenkreiskliniken hat das erweiterte Screeningprogramm auf multiresistente Keime erarbeitet. Foto: Sven Olaf Stange

Ziel des Vollscreenings ist es, potenzielle Besiedlungen frühzeitig zu erkennen, geeignete Hygienemaßnahmen einzuleiten und so Patientinnen und Patienten bestmöglich zu schützen. Die Einführung knüpft an die langjährigen Erfolge des etablierten MRSA-Screenings an, das bundesweit und auch in den Mühlenkreiskliniken wesentlich dazu beigetragen hat, das Risiko von Infektionen durch resistente Erreger zu reduzieren. Mit der Erweiterung des Vollscreenings auf MRGN-Erreger sind die Mühlenkreiskliniken ein Vorreiter.

„Das MRSA-Screening ist eine Erfolgsgeschichte der modernen Krankenhaushygiene“, sagt Dr. Peter Witte, Direktor des Instituts für Krankenhaushygiene der Mühlenkreiskliniken. „Durch konsequente Teststrategien, Hygienemaßnahmen und die enge Zusammenarbeit aller Berufsgruppen konnten wir die Zahl der Übertragungen deutlich senken. Mit dem MRGN-Screening gehen wir nun den nächsten wichtigen Schritt, um den veränderten Herausforderungen durch resistente Erreger gerecht zu werden. Weltweit und auch in Deutschland stiegen die MRGN-Zahlen an. Bisher konnten die Mühlenkreiskliniken einen Anstieg in ihren Kliniken verhindern. Damit das so bleibt, erweitern wir jetzt das Screeningprogramm“, so der Direktor des Instituts für Krankenhaushygiene.

In der Gruppe der MRGN-Erreger werden Darmbakterien wie E. coli oder Klebsiella gezählt, die gegen mehrere wichtige Antibiotikagruppen resistent sind. Sie kommen nicht nur in Krankenhäusern vor, sondern auch in Pflegeeinrichtungen, im häuslichen Umfeld, auf Reisen oder in anderen Bereichen des täglichen Lebens. Viele Menschen tragen solche Erreger vorübergehend oder dauerhaft, ohne selbst krank zu sein. Kritisch werden sie vor allem dann, wenn sie bei immungeschwächten Patientinnen und Patienten schwere Infektionen verursachen oder in Wunden gelangen.

„Diese Keime sind keine Krankenhauskeime – wie sie oft genannt werden. Der Begriff suggeriert, dass resistente Erreger überwiegend in Kliniken entstehen und vorkommen. Das ist falsch. Diese resistenten Keime kommen überall vor. Im Krankenhaus oder in Pflegeeinrichtungen treffen die Erreger aber auf immungeschwächte Personen und führen deshalb zu schweren Erkrankungen, die bis zum Tod führen können. Resistente Erreger sind ein globales Gesundheitsproblem. Unser Auftrag ist es, diese Erreger frühzeitig zu erkennen und ihre Weiterverbreitung im Krankenhaus zu verhindern“, sagt Dr. Peter Witte.

Aber auch den Krankenhausbesucherinnen und -besuchern kommt bei dem Kampf gegen multiresistente Keime eine Schlüsselrolle zu. Gerade weil die Keime bei gesunden Menschen oft unbemerkt bleiben, ist auch jeder Besucher ein potentieller Infektionsherd. „Deshalb stehen an unseren Eingangstüren und an den Stationstüren große Händedesinfektionsspender. Einmal die Hände drunter halten und das Desinfektionsmittel gut verteilen und schon kann man sich sicher sein, dass man seine Liebsten nicht versehentlich mit einem multiresistenten Keim infiziert“, sagt Dr. Peter Witte. Die Desinfektionsmittel töten alle multiresistenten Keime verlässlich ab. 

Das neue Screening wird bei allen stationären Patientinnen und Patienten im Rahmen der Aufnahme durchgeführt. Bislang wurden nur Personen auf MRGN untersucht, die ein besonders hohes Risiko hatten. Die gewonnenen Erkenntnisse ermöglichen es den Behandlungsteams, erforderliche Schutzmaßnahmen unmittelbar einzuleiten und gleichzeitig den gezielten Einsatz von Antibiotika zu unterstützen.

Für Prof. Dr. Ansgar Hörtemöller, Geschäftsführender Direktor der somatischen Standorte der Mühlenkreiskliniken, ist die Maßnahme Ausdruck des hohen Qualitätsanspruchs des Klinikverbundes: „Patientensicherheit hat für uns höchste Priorität. Die Erweiterung des Screenings ist eine Investition in moderne Prävention und in eine hochwertige medizinische Versorgung. Sie zeigt zugleich, dass wir Hygiene nicht als Pflichtaufgabe verstehen, sondern als zentralen Bestandteil guter Medizin und Pflege.“

Die Mühlenkreiskliniken investieren seit Jahren kontinuierlich in den Ausbau ihrer Hygienestrukturen. Dazu gehören ein eigenes Institut für Krankenhaushygiene, spezialisierte Hygienefachkräfte, regelmäßige Schulungen der Mitarbeitenden, moderne Diagnostikverfahren und ein engmaschiges Monitoring von Infektionen und resistenten Erregern. „Jede verhinderte Infektion mit multiresistenten Erregern verhindert Leid und Krankheit“, betont Dr. Peter Witte. „Deshalb setzen wir auf Prävention, Aufklärung und wissenschaftlich fundierte Maßnahmen. Das neue umfassende MRGN-Screening ist ein weiterer Baustein dieses konsequenten Ansatzes.“

Foto2: Im Zentrallabor der Mühlenkreiskliniken werden die Abstriche automatisiert in Petrischalen ausgestrichen, bebrütet und dann befundet. Foto: Christian Schwier
Quelle:
muehlenkreiskliniken.de

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