Multimorbide Hochbetagte fallen durch das Raster der Krankenhausreform

Die Krankenhausreform blendet die Realität hochbetagter, multimorbider Patienten aus. Akutversorgung braucht Nähe, Zeit und stabile Strukturen und nicht nur Zentrenlogik…

3. Februar 2026
  • Politik

Die stationäre Versorgung in deutschen Krankenhäusern wird maßgeblich von hochbetagten Patientinnen und Patienten getragen. Besonders in der Altersgruppe zwischen 75 und 85 Jahren bündeln sich Multimorbidität, Pflegebedarf und akute medizinische Ereignisse. Für viele dieser Menschen ist das Krankenhaus der letzte verlässliche Versorgungsort, da ambulante Strukturen und familiäre Unterstützung häufig nicht mehr ausreichen.

Längere Verweildauern von zehn Tagen und mehr gehören in dieser Patientengruppe zum Alltag. Pflegeintensive Betreuung, eingeschränkte Kommunikation und komplexe Krankheitsverläufe lassen sich nicht in kurze Behandlungszyklen pressen. Das bestehende Fallpauschalensystem orientiert sich jedoch an kurzen Aufenthalten und standardisierten Abläufen.

Die aktuelle Krankenhausreform setzt auf Konzentration und Spezialisierung. Dieses Modell passt nur begrenzt zur Akutmedizin im hohen Alter. Der Abbau wohnortnaher Kapazitäten verschärft insbesondere in ländlichen Regionen das Risiko von Versorgungslücken, warnt  Uwe Leder, Geschäftsführer beim SRH Wald-Klinikum Gera, beim SRH Zentralklinikum Suhl und beim SRH Klinikum Burgenlandkreis.  Ohne regionale Kliniken mit breitem akutmedizinischem Angebot droht eine strukturelle Unterversorgung einer wachsenden Bevölkerungsgruppe.

Quelle:
linkedin.com

Medinfoweb
Die etablierte Informationsplattform für Informatik, Ökonomie, Marketing und Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen.

Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.