Neue Gewerbeabfallverordnung und EU-Verpackungsregeln setzen Kliniken unter Druck
Verschärfte Abfallvorschriften und steigende Entsorgungskosten zwingen Kliniken zum Handeln. Ein Berliner Krankenhaus zeigt, wie integriertes Abfallmanagement die Kosten um ein Drittel senken kann…
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Ab Mitte 2026 verschärfen die novellierte Gewerbeabfallverordnung und die EU-Verpackungsverordnung die Anforderungen an das Abfallmanagement in Kliniken erheblich. Verstöße können mit Bußgeldern bis zu 100.000 Euro geahndet werden, Dokumentationsmängel mit bis zu 10.000 Euro. Für CSRD-berichtspflichtige Einrichtungen drohen Sanktionen von bis zu zehn Millionen Euro oder fünf Prozent des Jahresumsatzes.
Pro stationärem Aufenthalt fallen laut einer Benchmarkstudie der Hochschule Pforzheim durchschnittlich 8,3 Kilogramm Abfall an. Die Entsorgungskosten für medizinische Abfälle sind seit 2021 um 30 bis 50 Prozent gestiegen. Die größten Kostentreiber sind laut Autor Markus Loh nicht die Abfallmengen selbst, sondern ineffiziente Strukturen, durch uneinheitliche Sammelsysteme, unpassende Behältergrößen, fehlende Ausschreibungen und unklare Zuständigkeiten.
Ein Berliner Akutkrankenhaus mit 150 Betten konnte durch professionelles Abfallmanagement und optimierte Ausschreibungen seine jährlichen Netto-Abfallkosten von 62.000 auf 40.650 Euro senken. Der Aufwand amortisierte sich innerhalb von vier bis acht Monaten.
Loh plädiert für einen integrierten Ansatz, der Vermeidung, Beschaffung, Trennung und Digitalisierung verbindet. Einzelmaßnahmen ohne abgestimmtes Gesamtkonzept erzeugten Aufwand ohne Wirkung. Ab Juli 2026 verlangt die Gewerbeabfallverordnung Fotodokumentation und digitale Nachweise, ab 12. August 2026 verschärft die EU-Verpackungsverordnung die Recyclingvorgaben. Manche OP-Verpackungen könnten dann unzulässig sein.
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