Notaufnahmen am Limit: Mecklenburg-Vorpommern erhöht Druck auf Bundesgesundheitsministerium

Überfüllte Notaufnahmen belasten Personal und Patienten. Mecklenburg-Vorpommern fordert eine zügige Notfallreform und verweist auf eigene Modellprojekte. Integrierte Notfallzentren sollen Versorgung besser steuern und bundesweit Maßstäbe setzen…

3. März 2026
  • Politik
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Deutschlands Notaufnahmen arbeiten seit Jahren an der Belastungsgrenze und lange Wartezeiten prägen den Alltag. Personal und Patienten stehen gleichermaßen unter hohem Druck. Dabei bleibt die zentrale Frage: Wer benötigt sofortige Hilfe und wer kann warten? Bisher scheiterten alle Versuche, die Notfallversorgung in Deutschland neu zu ordnen, da kein Minister tragfähige Gesetze lieferte. Weder Jens Spahn noch Karl Lauterbach oder die amtierende Ministerin Nina Warken fanden eine Lösung. Die Reform duldet keinen Aufschub. Ein neuer Referentenentwurf sieht nun die Einrichtung von Integrierten Notdienstzentren an den Kliniken vor. Diese Zentren bündeln die Ersteinschätzung, die Notaufnahme sowie den ärztlichen Bereitschaftsdienst an einem Ort. Damit lassen sich Patientenströme gezielter steuern.

Stefanie Drese, Gesundheitsministerin in Mecklenburg-Vorpommern, fordert beim Gesetzgebungsverfahren nun deutlich mehr Tempo. Die Ressortabstimmung muss rasch enden, damit das Kabinett den Entwurf im ersten Quartal 2026 berät. Weitere Verzögerungen hält sie für nicht vertretbar, zumal sich ihr Bundesland bereits gut vorbereitet sieht. Dort sind viele Bereitschaftsdienstpraxen der Kassenärztlichen Vereinigung schon jetzt direkt an die Krankenhäuser angebunden. Nach offiziellen Angaben des Landes funktionieren diese kooperativen Modelle in der Praxis gut. Drese nennt als Beispiele das Klinikum Südstadt Rostock sowie die modernisierte Notaufnahme in Pasewalk. Dort investierte das Land sechs Millionen Euro. Rettungsdienst, Leitstelle und ambulante Versorgung arbeiten an diesem Standort heute schon eng verzahnt zusammen. Das Land betrachtet dieses Projekt als wichtigen Baustein für eine sektorenübergreifende Notfallstruktur mit bundesweiter Signalwirkung.

Quelle:
nordkurier.de

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